
Kulturblitz | Kulturpreis für Baumgartner
Gerhard Braunmiller, Bürgermeister der Stadt Miesbach (links), und Kulturreferentin Petra Six (rechts) gratulieren Stefan Baumgartner (Mitte) zur Verleihung des Kulturpreises. Foto: Isabella Krobisch
Anlässlich des Neujahrsempfanges der Stadt Miesbach erhielt Stefan Baumgartner für seine großen Verdienste um Kultur und Brauchtum den mit 1.500 Euro dotierten Kulturpreis der Stadt Miesbach.
Leidenschaft für Miesbacher Tracht
Stefan Baumgartner war 29 Jahre lang in verschiedensten Vorstandsfunktionen für den Heimat- und Volkstracht-Erhaltungsverein Miesbach tätig und engagiert sich mittlerweile als stellvertretender Hauptmann bei der Gebirgsschützenkompanie Miesbach-Parsberg-Wies. Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller lobte bei der Preisverleihung Stefan Baumgartners große Leidenschaft für die Pflege der weltbekannten Miesbacher Tracht. Gemeinsam mit einem hoch motivierten Team wurde während seiner Amtszeit zweimal ein Gaufest ausgerichtet (1989 und 1995), das Frühjahrssingen wurde größer aufgezogen und in die Oberlandhalle verlegt, das Adventsingen wurde mit herausragenden Gruppen im Waitzinger Keller etabliert und Stefans Bühnenbilder korrespondierten äußerst stimmig mit der Handlung des Hirtenspiels unter Leitung von Walter Kohlhauf.
Beschilderung historischer Orte
Der Waitzinger Park wurde unter seiner Vereinsführung als Freilichtgelände für spektakuläre Theateraufführungen ertüchtigt und ein Theaterstadel errichtet, der für Freilichtaufführungen, für Vereins-Jubiläen, Primizen, das Kirtafest oder die Lebende Krippe genutzt wird. Viel Zeit haben Stefan Baumgartner und sein Vereinskollege Markus Baumgartner in die Beschilderung historischer Gebäude in Miesbach investiert. Diese Aufgabe wurde später von der Stadt Miesbach übernommen und umfasst mittlerweile an die 100 Gebäude im Stadtbereich.
Oberlandlerische Lebensfreude
Stefan Baumgartner steht für gelebte Heimatverbundenheit. Für den 65-Jährigen sind Tracht und Brauchtum keine Touristenattraktion, sondern eine kulturelle Aufgabe, die Identität stiftet, das Gemeinschaftsgefühl stärkt und Ausdruck seiner oberlandlerischen Lebensfreude und seiner tiefen Verwurzelung in Miesbach sind. Dazu kommt sein tiefes Interesse für Volkskunde und sein großes handwerkliches Geschick. Stefan Baumgartner war über die Ehrung sehr bewegt und bedankte sich bei seinen vielen Weggefährten, aber insbesondere bei seiner Frau Barbara, die seinen Idealismus voll mitträgt „und daheim erledigt, was ich liegen gelassen habe, weil ich wieder einmal für Miesbach unterwegs war“.