Zeitungsteam von Kulturvision auf Goethes und Schillers Spuren

Heuer erkundet unser Zeitungsteam zu Pfingsten Weimar und Umgebung. Wir lassen uns von dem Geist der Stadt inspirieren. Ein lange fälliger Gegenbesuch im Osten Deutschlands. Mit den kompetentesten Reiseführern, die man sich vorstellen kann.

Der Stadtplan von Weimar kostete einst zwei DDR-Mark und ist wohl fünfzig Jahre alt. Seine Beschreibungen sind deutsch, russisch, englisch und französisch abgefasst. Als wir uns mit Monika Gierth am 25. Mai mittags am Schloss Belvedere in Weimar treffen, schwenkt sie just diese Karte. Der Onkel hat sie ihr mitgegeben, um unserem Zeitungsteam eine liebevolle historische und doch zeitlos gültige Orientierung zu bieten.

Nach den West-Östlichen Kulturbegegnungen in Miesbach nun also unser Blick auf den Osten. Wie immer voller Erwartung. Es ist schon die dritte Bildungsreise dieser Art. In den Jahren zuvor besuchten wir Sachsen und Sachsen-Anhalt. Monika Gierth als unsere Reiseführerin weiß, worauf es ankommt, sie ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Sehr geschickt baut sie die Dramaturgie für uns auf. Weimars Pflastersteine tragen uns immer tiefer in die Stadt und in die Geschichte hinein, begleitet vom Klacken der Pferdekutschen und von vielen Flaneuren aus nah und fern.

Bis wir den Höhepunkt des Stadtrundganges, das Goethe-Schiller-Denkmal, erreichen, vergehen einige Stunden. Denn es gibt so viel zu bestaunen und den Geist aus Jahrhunderten kultureller Blüte einzuatmen. Weimar ist Park, Universitätsstadt, kultureller Mittelpunkt eines weiten Umlandes – ein Hort der Muße, der uns sofort fesselt. Wo wir überall schon gewesen sind.

Gestreift haben wir das Jakobsviertel, die Herderkirche mit dem berühmten Cranach-Altar, das Kirms-Krackow-Haus, Wittumspalais, Schiller- und Goethehaus. Die Stadt atmet den Geist der Herzogin Anna Amalia und ihres Sohnes August. Denn obwohl schon früh bedeutende Männer, wie Cranach, Luther und Bach in Weimar wirkten, ihre Blüte erlebte sie, als die kunstsinnigen Regenten Goethe, Schiller, Herder, Wieland nach Weimar holten. Bei der Herzogin spielte sich das gesellschaftliche Leben ab, nicht aber im höfischen Sinn, sondern ganz der klassisch-humanistischen Idee getreu.

Und jetzt müssen wir entscheiden, welche Museen wir trotz des prächtigen Wetters betreten. Die Wahl wird schwer fallen, am liebsten alle.
Um unsere Reiseführerin werden wir übrigens glühend beneidet. Denn Monika Gierth nimmt ihre Aufgabe sehr ernst. Verweilen wir in einem Cafe, dürfen wir Episoden aus Fritz Kühnlenz‘ „Erlebtes Weimar“ hören, einem zauberhaften literarischen Reiseführer aus dem Jahr 1966. Da ist man an den Nebentischen gleich ganz Ohr! Wer möchte sich die Fremde nicht gleichermaßen behutsam erschließen. Oder wie es in der Einleitung des Buches heißt „wenn uns der wandernde Leser bestätigt, dass er eine Stadt, der er mit Erwartung entgegensah, geschaut, erlebt, verstanden und dabei auch ein wenig lieb gewonnen hat, ist dieses Buch nicht umsonst geschrieben worden“.

In Schloss Tiefurt, dem Sommersitz der Herzogin, einem sehr bescheidenen Landhaus, ahnen wir etwas von der „stillen Einfalt, edlen Größe“, die diese einzigartige Zeit bestimmte.

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