Stefanie von Poser: Rückbesinnung auf das Wesentliche

Nicola Trub, Stefanie von Poser, Cornelia Pollak. Foto: Sinikka Schubert

Kindertheater im Schlierseer Kulturherbst

Der Coronavirus legt die Kulturszene im Landkreis Miesbach lahm. Der „Dialog im Gewölbe“ im Waitzinger Keller – Kulturzentrum Miesbach mit Stefanie von Poser konnte nach der Empfehlung des Gesundheitsamtes, alle Veranstaltungen abzusagen, nicht stattfinden und wird verschoben. Hier lesen Sie stattdessen einen Beitrag über die Schauspielerin, der 2016 erschien und im Kasten aktualisiert wurde.

Sollen Kinder mit dem Tabuthema Tod konfrontiert werden? Eindeutig Ja, wenn es so umgesetzt wird wie in dem Stück „Schwestern“, das seit fast einem Jahr erfolgreich in München unter der Regie von Stefanie von Poser läuft und jetzt beim Schlierseer Kulturherbst gezeigt wird.

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Die aus Agatharied stammende gefragte Schauspielerin kommt gerade von einem Dreh der Reihe „Lena Lorenz“ in Berchtesgaden zurück, einem breiten Fernsehpublikum ist sie zudem aus der Reihe „Die Bergretter“ bekannt. Sie spielt aber auch Theater und ist in Michael Endes „Momo“ ebenso zu sehen wie in „Der Vorname“ und „Das Interview“.

„Schwestern“ von Theo Fransz ist die erste Regiearbeit der Schauspielerin. „Ich bin sechs Jahre schwanger gegangen mit dem Stück“, erzählt sie im Gespräch. Dabei habe sie so genaue Vorstellungen entwickelt, dass sie entschied, selber die Regie zu übernehmen. Mit Cornelia Pollak und Nicola Trub fand sie die perfekten Schauspielerinnen, die das Schwesternpaar Mathilde und Zus spielen.

Schwestern, die sich lieben und streiten

Die beiden sind ganz normale Schwestern, die sich lieben und streiten, miteinander träumen und Quatsch machen. Und dann plötzlich ist alles anders. Durch ein Unglück wird Zus von ihrer Familie getrennt. Aber sie erscheint ihrer Schwester Nacht für Nacht. In gemeinsamen Gesprächen und Spielen verarbeitet Mathilde ihren Schmerz, ihre Angst, ihre Sehnsüchte und Schuldgefühle. Zus bringt sie dabei immer wieder zum Lachen, macht sie wütend, lässt sie mit ihrer poetischen Erzählung von einer Existenz nach dem Tod staunen und spendet ihr Trost.

„Schwestern“ sei ein Stück für Kinder und Erwachsene, erzählte Stefanie von Poser, „es ist tragisch und komisch gleichermaßen.“ Nur ein einziges Mal habe ein Kind einmal kurz geweint, ansonsten würden Kinder herzhaft lachen, es ganz anders aufnehmen als ihre Eltern, die normalerweise ihre Kinder vor diesem Thema fernhalten wollten. Oft komme es vor, dass Erwachsene ohne ihre Kinder ins Theater kommen und es hinterher bedauern.

Schwestern

Nicola Trub und Cornelia Pollak in „Schwestern“. Foto: Nikolaus von Fürstenberg

Denn es geht hier um die Rückbesinnung auf das Wesentliche, auf das Genießen des Augenblicks, auf Liebe aber auch auf Abschied nehmen können, letztlich die großen Fragen, die jeder Mensch, auch Kinder schon vom Leben gestellt bekommen. Das Theaterstück, das aus Wortwechseln und Sprachspielen ebenso besteht wie aus Musik und Tanz, schafft es, diesen Themen gerecht zu werden und ihnen Leichtigkeit zu geben. Es wird am Samstag, 15. Oktober 2016 um 17 Uhr im Urbanhof in Josefstal zu sehen sein.

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Stefanie von Poser, Schauspielerin und Regisseurin. Foto: Christian Hartmann

Stefanie von Poser ist das erste Mal als Künstlerin beim Schlierseer Kulturherbst dabei, hat aber eine enge Beziehung zum Urbanhof. Hausherrin Sibylle Strack-Zimmermann sei ihre Kindergärtnerin gewesen, erzählt sie und der von ihr geleitete Verein der „Josefstaler Elefant“ habe sich stets darum bemüht, Kultur in den Landkreis Miesbach zu holen und Kultur aus dem Landkreis zu fördern.

Wer Lust hat, Stefanie von Poser aktuell als Schauspielerin zu sehen, in der Mediathek des ZDF findet sich der Film „Unter anderen Umständen“, der am vergangenen Montag zur besten Sendezeit ausgestrahlt wurde und in dem sie eine Mörderin spielt. Am 19.3.2020 kommt ihr neuer Kinofilm heraus mit dem Titel „Wir drehen keinen Film“. Zudem läuft wieder die Reihe „Die Bergretter“.

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