Gelassen und locker im Alltag

Entspannung und Gelassenheit – auch im Job möglich? Wer würde nicht gern in der Hängematte ausspannen?

Entspannung und Gelassenheit – auch im Job? Foto: pixaby

Vortrag in Rottach-Egern

Tausend gefühlte Anforderungen täglich. Wer wäre nicht gern gelassener und entspannter? Roswitha Ram-Devrient zeigt einen Weg, der auch im hektischen Büroalltag funktioniert: moving. Kleine Methode, große Wirkung – ein Pilotprojekt im Landkreis Miesbach.

Zum Impulsvortrag „Gelassen im Alltag – wie man Anforderungen locker bewältigt“ des Unternehmerverbandes UVM waren viele Interessierte gekommen. Stress, hohe Anforderungen, Überlastung im Beruf – alle wissen, wohin das führen kann. Burnout steht möglicherweise am Ende des Prozesses, wenn die Betroffenen nicht Mittel und Wege entwickeln, mit der Belastung und den Anforderungen umzugehen. Stressabbau, aber wie, wenn der Termindruck es nicht zulässt? Sport ist ein geeignetes Mittel zum Ausgleich. Aber oft fehlt gerade dann, wenn ein solcher Ausgleich nötig wäre, dazu die Zeit.

„Veraltete Software“ kann neu programmiert werden

In ihrem Vortrag im Seminarraum des Hotel Egerner Höfe in Rottach-Egern erläuterte Roswitha Ram-Devrient die neuronalen Hintergründe: Der Mensch hat eine „veraltete Software“. Jede Anforderung produziert Adrenalin, weil der Mensch Millionen von Jahren auf Anforderungen mit Geschwindigkeit und Kraft reagieren musste: Handeln oder Weglaufen. Viele Anforderungen produzieren eine hohe Anspannung, die sich Tag für Tag, Jahr für Jahr summiert. Früher wurde die Anspannung mit Kraft weggepowert. Heute müssen die meisten Anforderungen mental bewältigt werden. Es einsteht ein Ungleichgewicht zwischen Aktivität und Regeneration.

Stress und Relax - die beiden Gegenpole - moving me wirkt ausgleichend
Stress auf der einen, Relaxen auf der anderen Seite. Foto: pixaby

In Zeiten der Daueranforderung sei das Alarmierungslevel konstant hoch, so die Referentin. Kreative Problemlösungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit gingen zurück. Im anforderungsstarken Berufsalltag fehlt oft nicht nur die Zeit für Sport. Auch die Lust, Sport zu treiben, wird geringer. Der Körper achtet darauf, seinen Energiesparmodus aufrecht zu erhalten, es bleibt schlicht keine Energie übrig für Sport.

Roswitha Ram-Devrient erklärt die vier moving-Übungen.

Foto: Roswitha Ram-Devrient erklärt die vier moving-Übungen. Foto:Ines Wagner

Hier hat die moderne Neurobiologie eine gute Nachricht parat: Es muss nicht Sport sein. Man kann die Gedanken auch mental lenken und dabei den Körper stärken. Das kann Meditation, Achtsamkeit oder Yoga sein. Aber auch das braucht Zeit, die oftmals nicht vorhanden ist. Roswitha Ram-Devrient stellte eine Methode vor, die nicht zeitintensiv und nachweisbar erfolgreich ist: moving me.

Zwei der vier moving-Rückenübungen
Zwei der vier moving-Übungen. Foto: moving me

Worum gehts? Bewusst gerichtete Aufmerksamkeit verringert die Aktivität des Alarmzentrums im Hirn, fördert Kreativität, aktiviert die Regeneration und verbessert die kognitiven Fähigkeiten. Die vier einfachen Bewegungsübungen von moving sind überall im Alltag integrierbar, morgens beim Zähneputzen, im Büro, vorm Schlafengehen. Die langsamen Bewegungen stärken Rücken, Wirbelsäule, Bandscheiben und Faszien. Außerdem fördern sie Ausgeglichenheit und Gelassenheit.

In den Alltag integrieren

In dem praxisnahen Vortrag waren alle aufgefordert, die moving-Bewegungen auszuprobieren. „Es hört sich einfach an und das ist es auch anscheinend“, fasste Johann Holzinger von der SMG das soeben Gelernte zusammen. Es braucht nur etwas Disziplin und Willen, die kleinen Übungen in den Alltag zu integrieren.

Broschüre Aktion Rückenwirbel e.V. für Prävention in den Schulen.

Roswitha Ram-Devrient hat seit Jahren die Vision einer bevölkerungsweiten Bewegungsprävention. Seit 1985 entwickelt sie das einfache und effiziente Kompaktprogramm als Grundlage einer effizienten Stressregulations- und Rückenprävention. Teilweise ist ihre Vision bereits realisiert. Der Verein Aktion Rückenwirbel e.V. fördert seit 2008 deutschlandweit an vielen Schulen die Rückengesundheit von Kindern und Jugendlichen – mit der moving Methode.

Pilotprojekt zur Prävention

Im Landkreis Miesbach läuft jetzt ein Pilotprojekt von moving in Zusammenarbeit mit der BARMER Ersatzkasse. Firmen und auch Vereine können sich kostenlos registrieren und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die einfachen Methode zur Rückenprävention und zum Erlangen von mehr Gelassenheit im Arbeitsalltag zur Verfügung stellen.

Sie sind interessiert am Thema Neurobiologie? Hier geht es zu weiteren Artikeln:

Für weitere Informationen geht es hier zur Website von moving. Firmen und gemeinnützige Vereine können im Rahmen des Pilotprojektes eine kostenlose Lizenz anfordern unter: info@moving.de. Hier finden Sie weitere Infos zu Veranstaltungen vom Unternehmerverband Miesbach UVM.

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