
Kulturblitz | Musikalisches Kleinod
Johannes Skudlik (Orgel) und Georg Hiemer (Trompete) begeistern mit Werken von Bach über Strauss bis Morricone. Foto: Andreas Wolkenstein
Neujahrskonzert in St. Josef
Für viele Menschen beginnt das neue Jahr traditionell mit dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. In Holzkirchen dürfte sich dagegen schon fast eine eigene Tradition herausgebildet haben: Bereits zum zweiten Mal, nach der Premiere in 2025, eröffneten Johnnes Skudlik (Orgel) und Georg Hiemer (Trompete, Flügelhorn) das neue Jahr mit einem Konzert in der Kirche St. Josef in Holzkirchen. Wer dabei war erlebte musikalischen Hochgenuss.
Wiener Stimmung verbreiteten die beiden Ausnahmemusiker mit dem Radetzkymarsch (op. 228) des österreichischen Komponisten Johann Strauss (1804-1849). Den spielen die Wiener Philharmoniker üblicherweise zum Schluss des Neujahrskonzerts in der österreichischen Hauptstadt. Und die Reaktion der Zuhörenden in der gut gefüllten Holzkirchner Kirche drückte einmal mehr die Popularität des Walzerkönigs aus: Sie klatschten spontan mit und bewegten sich in schunkelnder Manier auf den Kirchenbänken.
Doch wer das Neujahrskonzert lediglich als operettenhaften Abklatsch des großen Wiener Bruders auffasst, könnte weiter von der Wirklichkeit nicht entfernt sein. Was Johannes Skudlik und Georg Hiemer in den großen Kirchenraum von St. Josef brachten, kann zu Recht als Kleinod des musikalischen Lebens in der Marktgemeinde bezeichnet werden. Wenn etwa Georg Hiemer zu einer Cellosuite von Johann Sebastian Bach (1685-1750), arrangiert für Soloflügelhorn, ansetzt und man nur mit dem Ohr folgt, dann könnte man auch zu der Ansicht gelangen, dass mindest eine kammermusikalische Besetzung spielt, so virtuous intoniert das Musiker die Noten. Beide zusammen, Orgel und Trompete, harmonieren auf eine Weise miteinander, bei der das eine Instrument die Töne gewissermaßen nahtlos weitergibt an das andere Instrument.
So fügte sich die Musik, egal ob von Georg Friedrich Händel (1685-1759) oder von Enio Morricone (1928-2020), im Kopf der Zuhörenden zu dem Kleinod zusammen, das das Neujahrskonzert in St. Josef in Holzkirchen zweifelsfrei ist.