Musiker und Schauspieler Andi Rinn

200 Songs hat er geschrieben. Als Gitarrist und Sänger reihenweise Frauen, aber auch Männer begeistert. Jetzt wartet die Schauspielerkarriere auf Andi Rinn. Am 30. Juni ist Vorpremiere im Foolstheater in Holzkirchen mit „Ox vorm Berg“.

Ein Gespräch mit Andi Rinn ist eine Freude. Er erzählt völlig uneitel, frech und witzig. Das Produkt steht im Vordergrund, er selbst stellt sich bewusst in den Schatten. Und betont immer wieder, dass er faul war und Schule ihm ein Gräuel.
So verließ er auch das Tegernseer Gymnasium nach der 10. Klasse, absolvierte die FOS und die Erzieherschule. 12 Jahre lang arbeitete er in der Jugend- und Familienhilfe, war Leiter des JUZ in Tegernsee. „Als männlicher Erzieher bekommt man die besten Jobs“, erklärt er. Heute allerdings arbeitet er freiberuflich, macht Musik, Technik, Workshops.

Die Musik trat mit einem Schlagzeug in sein Leben, das ihm die Eltern mit 15 schenkten. Er fand das großartig, aber „ich wollte mich nicht unterrichten lassen“, betont er und trommelte drauflos. Beim Punk müsse man das Instrument nicht beherrschen, im Gegenteil bei dieser wundervollen Subkultur sei es gut, wenn’s schräg klingt. Mit er ersten Band „Scharolds“, der allerersten Punkband im Tegernseer Tal, begann die musikalische Zusammenarbeit mit Tobias Öller, die mit Unterbrechungen bis heute anhält. Damals habe man keine großen Erfolge gehabt, aber großen Krach gemacht, erzählt Andi Rinn.

Vor zwanzig Jahren begann er das Gitarre spielen, natürlich ohne Lehrer. Denn seine Schulunwilligkeit erstreckte sich auch auf die Musikschule. Und er begann Songs zu schreiben. Zumeist um einer Frau zu imponieren, „es hat auch manchmal was genützt“. So war die Motivation des Musikmachens klar.
Mit der Band „Chippy chippy suck nuts“, einer an Bukowski orientierten nicht ganz jugendfreien Lautmalerei, gab es „gewisse Erfolge im Landkreis“. Auf jeden Fall aber schweißte es das Duo Öller/Rinn zusammen, als musikalische Komplizen, die Erfolg hatten. Und so wurde auch das Songduo Öller/Rinn geboren, das auch heute noch durch ganz Bayern tingelt. Neulich war es in „Prospero“, der Lesebühne im Foolstheater, zu erleben.

Sie singen die alten Songs im Folk- und Countrygewand, sehr schön, sehr melodisch. Inhaltlich geht es immer um zwischenmenschliche Beziehungen. Und manchmal tritt der Sänger und Gitarrist Andi Rinn auch allein auf, aber sofort kommt: „Ich renne der Solokarriere nicht hinterher.“ Lieber macht er die Bühnentechnik im Kultur im Oberbräu, beispielsweise beim Krimidinner.

Neben der Zusammenarbeit mit Tobias Öller gab es zahlreiche weitere Bandprojekte. Ausnahmslos waren es Independent Bands, wurden also nicht von einer Plattenfirma vermarktet. Die Musikindustrie sei der Feind, der Kreativität durch kommerzielle Zwänge ersticke, meint Andi Rinn und betont: Lieber erfolglos und authentisch, als mainstream und versklavt.“

Inzwischen gibt es wieder eine Band, die Country Punk Oberland.
Aber derzeit kommen im Leben des Andi Rinn schauspielerische Ambitionen durch. „Ich soll Talent haben“, verkündet er. Gemeinsam mit Tobias Öller und Christine Eixenberger probt er das von Öller geschriebene Stück „Ox vorm Berg“ unter der Regie von Bine Klotzsche. Es geht um einen Architekte, der im bayerischen Oberland eine Villa nach antikem Vorbild bauen will, aber keine Genehmigung erhält. Erst als er die verantwortliche Regierungsbeamtin besticht, läuft das Projekt. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Bild „Ox vorm Berg“. Das Stück läuft als Sommerkomödie im Münchner „Schlachthof“, Premiere ist am 27. Juli. Aber am 30 Juni haben die Landkreiskulturfreunde schon die Gelegenheit, die Vorpremiere im Foolstheater zu erleben. Mit Andi Rinn als Schauspieler und Sänger.

Text: Monika Gierth
Bildnummer: 1338016420

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