Wiener Philharmoniker leiten Musik-Meisterkurs

Musik-Meisterkurs

Hausherr und Kulturbrückengründer Peter Coreth mit Wiener Philharmoniker Milan Šetena, Initiator des Musik-Meisterkurses in Slavonice. Foto: MZ

Konzert in Fratres/NÖ

Einen Genuss der besonderen Art boten jetzt junge Musikerinnen und Musiker im Gutshof Fratres zum Abschluss des Internationalen Musik-Meisterkurses Slavonice 2020, der unter der Leitung von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker abgehalten wird.

Es war eine Premiere in doppelter Hinsicht. Zum einen war das Museum Humanum erstmals Gastgeber des Kammermusik-Konzerts vom Musik-Meisterkurs und zum anderen fand dieser erstmals im tschechischen Slavonice, gleich hinter der Grenze und nur wenige Kilometer vom Ort der Kulturbrücke Fratres, unseres Kulturpartners, statt.

Musik-Meisterkurs der Wiener Philharmoniker

Tradition indes hat der Musik-Meisterkurs unter dem Patronat der Wiener Philharmoniker für die Fächer Violine, Viola, Violoncello und Kammermusik schon seit zwanzig Jahren. Gegründet von Professor Alfred Staar, Primgeiger der Wiener Philharmoniker, fand er lange Jahre in Slowenien statt, musste dann aber aus finanziellen Gründen eingestellt werden.

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Im Gutshof Fratres: Hubert Kroisamer von den Wiener Philharmonikern und Peter Coreth. Foto: MZ

Jetzt aber belebte Milan Šetena mit seinem Kollegen von den Wiener Philharmonikern Hubert Kroisamer und weiteren Dozenten die wertvolle Initiative und wählte dazu seinen Lieblingsort Slavonice, wo er seine freie Zeit verbringt.

Klangtradition der Wiener Philharmoniker

Er sagt, es sei ihm sehr wichtig, die Idee seines Lehrers Alfred Staar fortzusetzen um das, was er von ihm gelernt habe, an junge und talentierte Musikerinnen und Musiker weiterzugeben. Damit solle die musikalische Klangtradition der Wiener Philharmoniker aufrechterhalten werden.

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Brieuc Vourch begeisterte mit „Ménétrier“ von George Enescu. Foto: MZ

Aus den Bewerbungen für den Meisterkurs in Slavonice, der für die Teilnehmer kostenlos stattfindet, wurden die elf besten Musikerinnen und neun Musiker aus Österreich, Tschechien, Slowakei, Deutschland, Japan, Italien, Armenien, Frankreich, Ungarn, Lettland, Spanien und den USA ausgewählt. Sie erhielten eine Woche lang Unterricht und präsentierten jetzt im coronagerechten, durchlüfteten Stadel des Gutshofes Fratres ihr Können der Öffentlichkeit.

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Liliane Dulanská überzeugte mit Eugène-Auguste Ysaÿes Sonate Nr.4 in E-Moll – Allemande. Foto: MZ

Der erste Teil des Konzertes war der zeitgenössischen Musik gewidmet. Wer sich vorher noch nicht für die Kompositionen eines Alfred Schnittke, Eugène-Auguste Ysaÿe, George Enescu, György Ligeti und Erwin Schulhoff erwärmen konnte, der wurde durch die Darbietung der Jugend mitgenommen und befeuert.

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.Sandra Seržāne, Aleš Lavrenčič, Šimon Truszka und Hannah Pichler spielen das Divertimento für Streichquartett, opus 4 von Erwin Schulhoff. Foto: MZ

Mit immenser Einfühlsamkeit, Präzision und Konzentration spielten die Streicher im Solo und im Quartett. Sie bewältigten auch schwierige Passagen mit ihrem jugendlichen Elan, aber auch ihrer Hingabe an diese Musik. Ob sie melodisch-sehnsuchtsvoll wie bei Schulhoff oder wie bei der Cellosonate von Ligeti, einem Frühwerk, folkloristische Anklänge hat.

Klassische Kammermusik

Die Leidenschaft der jungen Studentinnen und Studenten für die Musik übertrug sich sofort auf das Publikum, das die Darbietungen mit „Bravorufen“ belohnte.
Nach der Pause kam die klassische Kammermusik zum Tragen. In drei unterschiedlichen Besetzungen erklangen Streichquartette von Joseph Haydn, Franz Schubert und Ludwig van Beethoven. Von ganz anderer, da gewohnter Art, erfüllte auch diese Musik den Stadel mit der ganzen Kraft jugendlicher Musikalität.

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Streichquartett von Joseph Haydn mit Marika Ikeya, Brieuc Vourch, Jannis Hoesch und Anna Bossi. Foto: MZ

Neben dem Hörgenuss des perfekten Zusammenspiels konnten die Zuhörer auch wahrnehmen, mit welcher Konzentration die Musikerinnen und Musiker aufeinander eingingen, wie intensiv sich jeder auf das Musizieren der anderen einstellte. Ein wahres Highlight im alten Stadel des Gutshofes, hier die neue Musikergeneration erleben zu dürfen.

Die Musikerinnen und Musiker: Feliks Harutyunyan, Liliana Dulanská, Brieuc Vourch, Jakub William Gráf, Sandra Seržāne, Aleš Lavrenčič, Šimon Truszka, Hannah Pichler, Marika Ikeya, Jannis Hoesch, Anna Bossi, Eva-Maria Wieser, Terese Wakoblinger, Antonia Goncharenko, David Pěruška, Paula Zarzo, in der Reihenfolge ihres Auftritts.

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