„Das Beste kommt zum Schluss“

Die farbenfrohen Stelen auf der Klosterwiese. Foto: IsabellaKrobisch

Ausstellung in Miesbach

1000 Schüler aus sieben Schulen fertigten mit ihren Kunsterziehungslehrern 100 Stelen in Form eines Labyrinths, das am Freitag auf der Klosterwiese in Miesbach feierlich eröffnet wurde. Kinder und Jugendliche hatten sich intensiv mit dem Hospizgedanken auseinander gesetzt.

„Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können“, so lautet das von Jean Paul entlehnte Motto des Labyrinths, dessen Stelen im vergangenen halben Jahr entstanden. „Grandios“, lobte Franziska Gräfin von Drechsel, Vorsitzende des Hospizkreises Miesbach. Sie sei tief berührt, mit welchem Tiefgang und wie akribisch genau Lehrer und Schüler der weiterführenden Schulen im Landkreis sich mit dem Thema Sterben auseinander gesetzt hätten. Viele junge Menschen müssten den Verlust eines Angehörigen, eines Mitschülers, Freundes oder eines Haustieres erleben. Bei diesem Projekt hatten sie die Gelegenheit, ihre Gedanke und Gefühle auszudrücken. Die Reflexionen zeigten die Gefühle der jungen Menschen in liebevoller Zuwendung. Am meisten habe sie der Spruch „Das Beste kommt zum Schluss“ bewegt.

Die Form des Labyrinths mit dem geführten Weg zur Mitte anhand des roten Fadens der Ariadne solle allen Besuchern die Möglichkeit eröffnen, zunächst die Botschaft der Stelen auf sich wirken zu lassen und dann in der Mitte mit Weihrauch die eigenen Empfindungen in eine Schale zu werfen.

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20 Jahre Hospizkreis Miesbach. Foto: Monika Ziegler

Die Vorsitzende dankte allen Beteiligten für die geleistete Arbeit und insbesondere ihrem Vorgänger im Amt Peter Rosner für sein Engagement für dieses Projekt. Zum Jubiläum „20 Jahre Hospizkreis Miesbach“ gibt es eine Reihe von Veranstaltungen. Ein wichtiges Anliegen, so Peter Rosner, sei das Projekt „Hospiz in der Schule“. Man wolle Schülern den Hospizgedanken nahe bringen.

Sind wir auf der richtigen Spur?

Stark sei es, so betonte 2. Bürgermeister Paul Fertl, dass sich so viele Schüler an diesem Projekt beteiligt hätten. Die Arbeit des Hospizkreises sei ehrenvoll und schwer, eine Aufgabe, die zeige, wie sehr der Mensch den Menschen brauche. Die farbenfrohen Stelen zeigten, dass wir frohen Mutes leben sollen und dass Sterben zum Leben gehört.Das Labyrinth indes stelle die Frage, ob wir auf der richtigen Spur zur Mitte seien. Da sich aber der Mensch verändern könne, sei jederzeit ein Spurwechsel möglich. Fertl dankte den Schülern und allen Verantwortlichen für ihr Engagement.

Als Vertreter der beteiligten Lehrer der Gymnasien Miesbach und Tegernsee, der Realschulen Miesbach und Tegernseer Tal, der Berufsschule, des Staatlichen Berufsbildungszentrums und der Mittelschule Miesbach lobte Matthias Brandstätter den Einsatz von Peter Rosner und verglich ihn mit Joseph Beuys. Er habe es verstanden, viele Menschen für einen Gedanken zu begeistern.

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Peter Rosner und drei Schüler bei der Eröffnung des Labyrinths. Foto: Monika Ziegler

Gemeinsam mit Peter Rosner lasen drei der Schüler ihre Gedanken und Empfindungen, die sie auf die Stelen platziert haben, den Besuchern vor. „Menschen, die geliebt werden, sterben nie, denn sie leben in den Herzen weiter“, kann man da lesen oder „Ich weiß nicht wohin ich gehe, aber ich gehe nicht ohne Hoffnung.“

Das Labyrinth mit den 100 Stelen auf der Klosterwiese in Miesbach ist bis zum 31. Dezember zu besichtigen.

www.hospizkreis.de

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