Heimatmuseum Gmund wird erweitert

Heute Vormittag wird das Dachgeschoss im Jagerhaus in Gmund eröffnet. Die Heimatfreunde Gmund haben mit professioneller Unterstützung dem Heimatmuseum Gmund ein neues Gesicht gegeben ohne die Identität des Hauses zu stören. Was ist alles neu?

Das Heimatmuseum Gmund wurde von Waldemar Rausch und Mitstreitern aufgebaut. Im Laufe der Jahre sammelten sich so viele Exponate an, dass der begrenzte Raum nicht mehr ausreichte. So entschlossen sich die Heimatfreunde unter dem Vorsitz von Maria Prenzel im Jahre 2009 zu einer Umgestaltung. Sie holten sich mit Isabel Reindl von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern fachliche Betreuung und erstellten ein Konzept, wie man den Besuchern die vielen Ausstellungsstücke in ansprechender Form präsentieren könne. Wesentlich dabei war die Umgestaltung des Dachgeschosses zu einem neuen Ausstellungsraum.

In den vergangenen Jahren leisteten die Heimatfreunde eine Riesenarbeit, erzählt Schriftführerin Priska Büttel. Alles musste inventarisiert werden und danach war eine Auswahl der zu zeigenden Exponate erforderlich. Das bedeutet auch die Suche nach einem geeigneten Depot neben dem Hausdepot im 2. Stockwerk. Mit dem Feuerwehrhaus in Dürnbach war eine Lagerung gefunden, die Gemeinde Gmund unterstützte das Vorhaben. Damit konnte man an die Neugestaltung des Jagerhauses und die sachgerechte Verpackung der Gegenstände für das Depot beginnen. Dabei erhielten die ehrenamtlichen Helfer Unterstützung von Michaela Firmkäs und Lydia Zellner aus dem Raum Rosenheim, die mir ihrem fachlichen Wissen zur Seite standen.

Heute wird nun das neu gestaltet Dachgeschoss eröffnet. Hier findet der Besucher in neuen Vitrinen Sehenswertes zu Handwerk und Industrie im Raum Gmund. Beim Handwerk dominieren Holz- und Textilarbeiten, aber man erinnert auch an die über die Region hinaus bekannte Töpferin Roswitha Herbeck. Bei der Industrie geht es primär um Papierherstellung in Louisenthal. Schon 1017 gab es an der Mangfall die erste Mühle, heute stehen hier zwei Papierfabriken. In moderner Präsentation erfährt der Besucher beispielsweise wie Wasserzeichen hergestellt werden. Über den Buchdruck schließt sich der Kreis zu alten Büchern aus dem 18. Jahrhundert, die über Jagd und Viehwirtschaft berichten.

„Hier soll eine Dokumentation über Fleckviehzucht entstehen“ liest man in einer leeren Vitrine. Die Arbeit sei noch nicht abgeschlossen, erklärt Priska Büttel. Auch eine Medienstation wolle man noch im Dachgeschoss aufbauen, um berühmte Gmunder Persönlichkeiten virtuell vorstellen zu können.
Die Ausstellungsräume im 1. Stock wurden beibehalten, nur umstrukturiert. Der Besucher findet eine Küche um 1900 und gegenüber die Jagerstube vor. Auch dem berühmten Jager von Gmund Johann Mayer, der hier gelebt hat, wolle man noch nachgehen, erzählt Priska Büttel. Die Trachtenstube wurde von Süd nach Nord verlegt, um die kostbaren Stoffe vor zu viel Sonne zu schützen. Ein neues, altes Bett und ein wunderschöner Aussteuerschrank ergänzen die Präsentation der Gewänder.

Auch der Vortragsraum erhielt mit sachgerechter Beleuchtung ein neues Aussehen.
Mit viel Mühe, Engagement und Sachverstand ist es den Heimatfreunden Gmund gelungen, das Museum in neuem erweitertem Gewand zu präsentieren. Ohne die Atmosphäre des Hauses zu zerstören, sind die Exponate so geschützt, dass das Museum auch bei Veranstaltungen besichtigt werden kann. Schließlich finden im Jagerhaus Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Vorträge statt. Und Modernisierung und Erweiterung gehen weiter.

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