Fischbachau

Farbwelten

Ausstellung im Rathaus von Fischbachau. Bilder von Susi Noll. Foto: Kerstin Brandes

Ausstellung in Fischbachau

In Fischbachau stellen derzeit Brigitte Appelt und Susi Noll gemeinsam aus. Beide sind langjährige Mitglieder des Kunstkreises Fischbachau und ein fester Bestandteil seiner Jahresausstellungen. Nun haben sich die beiden Malerinnen zusammengetan und im Gang des Rathauses Fischbachau ihre Werke gehängt.

Vertraute Landschaften

Susi Noll zeigt in der Ausstellung Aquarelle. Ihre Motive findet sie vorwiegend in der Natur: Landschaften, die sich bis hin zum Horizont öffnen. Es mutet wie ein Spaziergang an, bei dem man innehält und den Blick über Wiesen, Felder und Moore schweifen lässt.

Fischbachau
Susi Noll: „Einsamer Weg“. Foto: Kerstin Brandes

Die Aquarellfarben trägt Susi Noll zart und transparent auf. Ihre Farbpalette ist dabei harmonisch und zurückhaltend. Dadurch entsteht in den Landschaften eine Atmosphäre, in der man den kühlen Hauch des Abends zu spüren meint.

Stimmungsvolle Aquarelle

Es sind leise Bilder, die Stimmungen transportieren und den Betrachtenden zum Verweilen auffordern. Sie strahlen Ruhe und Gelassenheit aus und führen in eine kontemplative Welt, in der die Natur der unangefochtene Protagonist ist.

Innere Landschaften

Susi Noll beschäftigt jedoch auch das Innenleben. Die Bilder „Reiki“ und „Seelenwanderung“ gehen ins Imaginäre über und lassen die vertrauten, heimatlich anmutenden Landschaften hinter sich. Die Titel verweisen bereits auf asiatische Philosophien. Ist bei „Reiki“ noch der Bambus gegenständlich dargestellt, so ist bei dem Bild „Seelenwanderung“ jegliche Form aufgelöst.


Susi Noll: „Seelenwanderung“. Foto: Kerstin Brandes

Eine dunkle, undefinierbare Fläche bahnt sich vom Passepartout aus seinen Weg ins Bild hinein. Durch einen konzentrierten Punkt scheint sich die Fläche aufzulösen und in die Helligkeit zu diffundieren. Susi Noll gelingt es bei dem Bild, die Schwere in eine Leichtigkeit und Hoffnung zu transzendieren und damit den Betrachter zu bewegen.

Reisebilder

Brigitte Appelt malt mit Temperafarbe, Acryl, Öl- und Softpastell kraftvolle Bilder, die überwiegend fremde Orte und Landschaften darstellen. Die Betrachterinnen und Betrachter werden von ihr mit auf die Reise genommen.


Brigitte Appelt: „Skyline Toronto“. Foto: Kerstin Brandes

Ihre Bilder fühlen sich an wie schöne Erinnerungen an die wunderbaren Orte, die auf Reisen neu entdeckt werden können. Das Staunen über Unbekanntes, das Genießen einer Atmosphäre – das vermitteln Brigitte Appelts Bilder.

Heimatliche Gefilde

In einigen Bilder wählt Brigitte Appelt jedoch andere gegenständliche Motive. Sie zeigen Landschaften der näheren Umgebung und eine geerdete Heimatverbundenheit. Der Betrachtende scheint förmlich die Freude über die Rückkehr und das Ankommen zu Hause nach einer langen Reise zu spüren.

Abstrakte Linien

Auch Brigitte Appelt verlässt in ihren Werken das Gegenständliche. In den Bildern „Bewegung I-III“ lässt sie abstrakte Strukturen in Acryl und Pastell entstehen. Auf den ersten, schnellen Blick meint man Holzmaserungen zu identifizieren.


„Bewegung I-III“ von Brigitte Appelt. Foto: Kerstin Brandes

Bei längerer Betrachtung kommen Wasseroberflächen in den Sinn. Oder sind es doch abstrahierte Landschaften? Es ist der immerwährende Versuch des Betrachtenden, einen Gegenstand in Bildern zu erkennen. Warum nicht einfach loslassen, in den Farben und Strukturen versinken und Gefallen daran finden?

Gemeinsamkeiten

So unterschiedlich beide Frauen malen, so sehr eint sie der liebevolle Blick auf ihre Umgebung. Sie betrachten die Landschaften genau und schaffen mit ihren Bildern Stimmungen und wecken Sehnsüchte – jede auf ihre spezielle Art und Weise.

Die Bilder von Brigitte Appelt und Susi Noll sind im Flur des Rathauses Fischbachau bis zum 15. Februar 2026 zu sehen. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 8:00-12:00 Uhr und donnerstags von 13:00-17:00 Uhr geöffnet.

Zum Weiterlesen: „Fernweh“: die 37. Ausstellung des Kunstkreis Fischbachau

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