Ein Abend, der alle Wünsche erfüllte

Franz Lichtenstern, Freddy Kempf, Dorothea Galler, Birgit Seifart, Katja Lämmermann (v.l.). Foto: Monika Ziegler

Konzert in Holzkirchen

Die Konzerte in der Klassikreihe mit dem auf den großen Bühnen der Welt auftretenden Pianisten Freddy Kempf haben in der Marktgemeinde inzwischen Kultstatus. Immer wieder gibt er Solokonzerte oder musiziert mit seiner Frau, der Violinistin Katja Lämmermann. Diese ist Konzertmeisterin am Münchner Gärtnerplatztheater.

Aus dem Staatstheater am Gärtnerplatz stammen auch die drei anderen Streicher, die den Abend bestritten: Birgit Seifert (Violine), Dorothea Galler (Bratsche) und Franz Lichtenstein (Violoncello). In höchster Konzentration und Präsenz spielte das Quintett, deutlich aufeinander eingestimmt, wobei Freddy Kempf vom Flügel aus immer wieder zu den Streichern blickte und Katja Lämmermann diese souverän führte. Eine insgesamt brillante musikalische Darbietung.

Edward William Elgar

Zu Beginn spielten die fünf Musiker das Klavierquintett a-moll opus 84 von Edward William Elgar. Der britische Komponist ist in unseren Breiten vornehmlich durch seine Märsche „ Pomp and circumstances“ bekannt und beliebt. Gestern Abend aber durften die Zuhörer im voll besetzten Festsaal den Kammermusikkomponisten Elgard erleben. Erst in seiner letzten Schaffensphase vor knapp 100 Jahren bereicherte der Komponist die Musikwelt mit drei Werken aus diesem Genre.

Der erst Satz beginnt langsam im Dialog zwischen den Streichern und dem Klavier, das ein eigenes Thema entwickelt. Die Auseinandersetzung erscheint konfliktreich, wird dramatisch, gipfelt in kraftvollen Akkorden und geht über in eine langsame Melodie, die an Wiener Caféhausmusik erinnert.

Im Adagio übernimmt zunächst die Bratsche die Führung, später wechselt das Thema zum Violoncello. Die Stimmung des Satzes steigert sich, flaut ab und endet in einem leisen Ausklang. Tänzerisch beschwingt beginnt der Finalsatz, in dem das Klavier wie im ersten Satz als eigenständiges Pendant zu den Streichern sein Thema entwickelt. In hohem Tempo und mit starker Kraft endet das Werk in der Coda.

Robert Schumann

Ist Elgards Klavierquintett im Stil betont konservativ und spätromantisch, kann man Robert Schumanns Werk Es-Dur, opus 44 aus dem Jahre 1842 als erstes Werk dieses Genres bezeichnen. Schumann schrieb es in seinem sogenannten Kammermusikjahr, das dem Liederjahr und dem sinfonischen Jahr folgte. In nur fünf Tagen schrieb der Komponist dieses Meisterwerk, das am 8. Januar 1843 mit seiner Frau Clara am Flügel seine Uraufführung erlebte.

Der erste Satz ist von einer mitreißenden Melodik bestimmt, kraftvolle und lyrische Passagen wechseln sich ab. Im zweiten Satz kommt der bewegende Austausch zwischen Klavier und Streichern besonders stark zum Ausdruck, trauermarschähnliche Klänge wechseln mit lebhaften Variationen ab, Bratsche und Cello übernehmen das Thema. Im Scherzo wird das zuweilen aufgeregte Miteinander fortgesetzt, das im triumphalen Finale seine Auflösung nach mehreren Ansätzen erlebt.

Die Begeisterung des Publikums belohnte das Ensemble mit einer zündenden Zugabe von Antonin Dvořák und ganz am Ende gab es noch ein Solozuckerl von Freddy Kempf: Chopin. Ein wunderbarer Abend mit großartigen Solisten und einem Programm, das alle Wünsche erfüllte: Das bekannte Werk von Robert Schumann neben einem eher wenig bekannten von Edward Elgar.

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