
Fotografie und Technik
Dagmar Schrötter vor „Get together“. Foto: MZ
Ausstellung in Miesbach
„Übergänge von Fotografie zu moderner Kunst“ nennt Dagmar Schrötter ihre Ausstellung in der Kreissparkasse Miesbach. In 28 teils großformatigen Bildern zeigt sie, wie durch Komposition und Bildbearbeitung Fotografien eine neue Anmutung, ganz wie moderne Kunst erhalten.
„Es sind alles eigene Fotografien“, betont Dagmar Schrötter, sie benutze keine KI, nur Photoshop und setze zwei bis drei ihrer Fotos zu einem neuen Bild zusammen, das sie danach noch mit weiteren Tools bearbeite, bis es ihr stimmig und harmonisch erscheint.

Mona Lisa
Ihre Neigung zu Malerei ist aus diesen Bildern ersichtlich und die Bruckmühlerin erzählt, dass sie neben beruflichen, sehr unterschiedlichen Wegen immer gern gemalt und ihre Bilder auch mehrfach ausgestellt habe.
Dann aber habe sie vor zehn Jahren die Fotografie für sich entdeckt und einige zeit benötigt, um die Kamera und Bildbearbeitung zu beherrschen. Einige Zeit habe sie auch bei den Fotofreunden Tegernseer Inspiration erfahren, jetzt aber gehe sie ihre eigenen Wege.

Maximilian I.
Schon immer habe sie Kunstgeschichte begeistert, Malerei ebenso wie Skulpturen, gern gehe sie in Museen und Kirchen, insbesondere in Wien und in Italien.
Diese Faszination wird in ihren Arbeiten sichtbar. Immer wieder fotografiert Dagmar Schrötter Gemälde und Skulpturen und setzt sie in neue Zusammenhänge, verbindet mit Architektur, fügt Farbakzente hinzu oder verfremdet mit Mustereffekten.
So hat sie in Wien ein Skulpturenpaar an einem Brunnen entdeckt, das sie mit einem Mosaik zusammenfügt und „Get together“ nennt.
Oder sie komponiert zu einer Häuserfassade am Canal Grande in Venedig zwei Ufos dazu, bringt Altes und Neues, Gestandenes und Fiktives zusammen.

Ufo
Gern fotografiert sie alte Gemälde, etwa von Maximilian I. oder Mona Lisa mit einem Bild von Mondrian im Hintergrund, wieder Altes und Neues zusammenkomponiert, oder auch eine unbekannte Schöne, der sie blauen Lidschatten verpasst.

Blauer Lidschatten
Einen echten Tiger in Hellabrunn porträtierte die Fotografin und färbte ihn rosa und grün ein.
Michelangelos David indes ließ sie nahezu unberührt, postierte ihn aber auf zerknülltem Backpapier.

David
Den legendären Mercedes S 100 fotografierte Dagmar Schrötter frontal und platzierte ihn auf den Königsplatz in München.
Vor dem Kolosseum in Rom ist ein überdimensional großer Kopf eines Römers zu sehen und ein weibliches Porträt schwebt im Wiener Rathaus.

Kolosseum
Die Ideen scheinen der Fotografin nicht auszugehen, was zusammen etwas Neues ergibt.
Bei der Präsentation will sie jetzt neue Wege gehen. Hat sie früher noch ganz konventionell ihre Arbeiten in Passepartout und unter Glas präsentiert, sind neuere Werke auf Aluprint gedruckt und mit Schattenfugenrahmen versehen. Das wirkt modern und spiegelt nicht.
Nachdem sie jetzt jahrelang ausschließlich für ihre Kunst gelebt, fotografiert und bearbeitet habe, wolle sie sich jetzt mehr um Marketing und Öffentlichkeit kümmern, erzählt Dagmar Schrötter. Sie bewarb sich erfolgreich bei der Irschenberger Kunstausstellung, ist jetzt mit ihren Werken in Miesbach zu sehen und hat eine Zusammenarbeit mit der Galerie Art Advisory GDM in Padua begonnen, wo sie seit Dezember dauerhaft ihre Arbeiten präsentiert. Der Galerist plane ein Projekt mit ihr, verrät sie.