
Kulturblitz | Gut Immling in Feierlaune
Gut Immling. Foto: MH
30 Jahre Gut Immling
Ein ganz besonderer Ort lässt die treuen Besucher mit eigenem Zauber und traumhafter Kulisse in der flirrenden Sommerabendhitze entspannt lächeln. Da weitet sich der Blick hinab ins Chiemgau und über allem thront Gut Immling mit seinem Opernhaus in der ehemaligen Reithalle.
Zum Jubiläum in diesem Jahr steht neben der Zauberflöte, Tosca, dem Maskenball und dem Musical Cats auch Gaetano Donizettis Oper Lucia di Lammermoor auf dem Programm. Enrico, Lucias Bruder, will die junge Frau reich verheiraten. Sie ist aber bereits heimlich mit Edgardo verlobt und unterschreibt das Eheversprechen mit Arturo nur auf Druck ihres intriganten Bruders. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Lucia verfällt dem Wahnsinn.
Die im Landkreis bestens bekannte Regisseurin Steffi Baier steuert dem Konzept von Ella Marchant eine sensationelle Lichtregie bei und übernimmt zusätzlich souverän und charmant die Werkseinführungen. Neben Videoeinspielungen mit weiß gekleideten Jungen und den rot-weiß gewandeten Solisten und Chorsängern auf der Bühne wird schnell klar: je mehr rot in der Kleidung, desto mehr Blut haftet am Protagonisten. Bei der erzwungenen Hochzeit trägt auch die Braut eine lange rote Perücke.
Wieder gelingt dem Hausherrn Ludwig Baumann und seinem großen und großartigem Team eine Meisterleistung bei der Verpflichtung von Ensemble und musikalischer Leitung. Der junge Dirigent Sergi Rocabru lässt Solisten und Chor Raum und Weite und führt sie fast leichtfüßig zu höchsten Tönen. Neben den glänzend disponierten Sängern erklimmt die junge ukrainische Sopranistin Inna Fedorii mit ihrer strahlend hellen Stimme und wunderbaren Koloraturen nicht nur bei der berühmten „Wahnsinnsarie“ scheinbar mühelos den Olymp der Spitzentöne.
Auf den sinnlichen Ohren- und Augenschmaus kommt in Immling zum Abschluss noch den Gaumengenuss in Form eines überwältigenden Büffets im Sternenzelt. Ein Abend zum Träumen und Innehalten.