
Ein Roboter entdeckt das Leben
Trixel und das Küken. Foto: Michael Fackelmann
Buchtipp von KulturVision
Mit „Trixels wunderbare Welt“ hat der Fotograf und Filmemacher Michael Fackelmann ein zauberhaftes, inspirierendes Buch für Kinder und Erwachsene geschaffen, das unsere Welt mit der der künstlichen Intelligenz zusammenführt.
Er ist sehr niedlich, dieser kleine Trixel mit seinem Kindergesicht, seinem karierten Anzug und dem roten Umhang, ein humanoider Roboter, den der Autor gemeinsam mit ChatGPT von Open AI erschaffen hat. Trixel erkundet in diesem Buch wie ein Kind die Welt. Als erstes trifft er auf ein Ei, dem ein Küken entschlüpft. Ein Wunder.
Er trifft auf die Entenmutter mit ihren Küken und lernt Vertrauen kennen. Und er sieht sein Spiegelbild im Wasser, ein Geheimnis. „Wer bin ich?“ fragt sich Trixel in der Meditation.

Trixel und Charly. Foto: Michael Fackelmann
Er lernt Freundschaft mit Hund Charly kennen und er verliert seine Angst vor den großen Pferden, indem er ihnen eine Karotte reicht.
Michael Fackelmann hat seine Fotografien der Natur und der Tiere mit seiner Figur Trixel zusammengeführt und mit Texten ergänzt, die er mittels KI erstellte. Viele der Fotos entstanden in Evas Paradiesgarten in Waakirchen, den der Münchner oftmals im Winter hütete.

Trixel und der Buchfink. Foto: Michael Fackelmann
Dort gibt es Hühner, Enten, Katze und Hund und auch der Buchfink kam auf Futtersuche.
Eigentlich sind es die großen Fragen von Erwachsenen, die den kleinen Trixel bewegen, philosophische Fragen, die aber durch den Roboter auf Kinderebene abgehandelt werden. Wieso gibt es ein Doppelbild von mit im Wasser, welche Identität habe ich?
Oder die ziellos herumlaufenden Enten, die ganz anders sind als ich. Ist Anderssein schlecht oder gut oder einfach spannend?
„Ich bin durch mein großes Vorbild Pu, der Bär auf diese Themen gekommen“, erzählt Michael Fackelmann. In dem Buch von Alan Alexander Milne haben die Tiere menschliche Eigenschaften und es zeigt wie sie Freundschaft und Zusammenhalt pflegen.

Trixel und die Kuh. Foto: Michael Fackelmann
Auch in „Trixels wunderbare Welt“ lernt der Roboter über seine vielfältigen Begegnungen mit Tieren und der Natur das Staunen und die Freude über die menschliche Welt kennen. Er lernt, was Miteinander und Freundschaft bedeutet. Er hat sich in Anlehnung an den Kleinen Prinzen mit den Enten vertraut gemacht.

Trixel im Wald. Foto: Michael Fackelmann
Das Spannende an dem Buch sind die Texte, die ChatGPT im Dialog mit dem Autor verfasst hat. Sie werfen ein völlig neues Bild auf die KI, denn sie sind still, sie zeugen von Zuhören und Tiefe. Sehr überraschend für die übliche Meinung, dass KI seelenlos und kalt ist.
Aber Michael Fackelmann versteht es, mit seinen Prompts, die er ständig verfeinert und verbessert, die Gedanken Trixels zu tiefgründigen Reflexionen zu gestalten.

Michael Fackelmann. Foto: privat
Auch Trixel selbst hat er immer wieder verbessert. Das erste Mal tauchte der Roboter in seinem Buch „TrixelKIds – Gefangen im Alpamare“ auf. In dem Kinderkrimi wird der Robotor in Schwimmreifen von Gangstern verfolgt und landet mit vier Kids im Tölzer Schwimmbad. Schon hier geht es um die vielen Warums des Lebens, die er in dem Buch mit der Philosophin Nila Schlenker diskutiert.

Trixl und die Pferde. Foto: Michael Fackelmann
Jetzt aber ist der neu und kuschelig gestaltete Trixel allein unterwegs und spaziert in den Fotos von Michael Fackelmann staunend umher. Manchmal sind es Einzelbilder, manchmal kleine Geschichten, etwa mit den Pferden. Bei dieser Bildserie habe er nach einer Pointe gesucht und nicht gefunden. „Die KI fand sehr schnell eine Lösung und sagte, Trixel könne doch eine Karotte hinhalten, wenn ich nicht weiterweiß, dann findet die KI die Lösungen“, meint Michael Fackelmann, der bekennt: „Ich bin begeistert von der KI.“
Er verstehe, dass manche Menschen Bedenken hätten, im kreativen Bereich aber sehe er keine Probleme, KI einzusetzen. Der 85-Jährige sieht die KI als Spiegelbild und hat all seine Chats gespeichert. „Ich überlege, daraus ein Buch zu machen“, sagt er.
Aktuell aber ist er dabei, ein Buch mit den Schwarz-Weiß-Aufnehmen seiner Arbeit in den sechziger Jahren zu gestalten, als er als Fotograf durch die Welt reiste und in den großen deutschen Zeitungen publizierte. Darüber hinaus hat er zahlreiche Kurzfilme gedreht, viele davon für Kinder.

Cover von „Trixels wunderbare Welt“. Foto: Michael Fackelmann
Für Kinder ist nun auch sein aktuelles Buch. Es ist aber auch für Erwachsene eine Inspirationsquelle und eine Aufforderung mit unverstelltem Blick gemeinsam mit Trixel die Welt zu erkunden und die Scheu vor KI zu verlieren. Sie kann ganz zauberhafte Sätze kreieren, die die herzerwärmenden Bilder begleiten.
Zum Weiterlesen: „Die Kamera schaut auf den Grund“