Mit „Gmund“ nach Stuttgart

Troubadour Chansonwettbewerb

Vokalpianist Ramon Bessel. Foto: Catherina Hess

Gmunder Vokalpianist bei „Troubadour“

Vom 18. bis 20. Oktober findet in Stuttgart der renommierte Troubadour Deutscher Song Contest 2018 statt. Es bewarben sich 120 Musiker, ins Halbfinale kamen 18. Unter ihnen ist Ramon Bessel aus Gmund. Und eins seiner Lieder ist eine Hommage an Gmund.

Hier verbrachte er seine Kindheit und hierher kehrte er zurück als er nach Musikstudium und zwanzigjähriger Tätigkeit als musikalischer Leiter des Münchner Sommertheaters einen neuen Lebensabschnitt begann. Er habe damals am See gesessen und das Gefühl gehabt, hier gehörst Du hin, erzählt er.

Seele bewahrt

Das Lied „Gmund“ war das erste Lied, mit dem Ramon Bessel seine Solokarriere als Komponist und Vokalpianist begann. Es ist eine Liebeserklärung an einen Ort, der unprätentiös sei und der sich im Gegensatz zu seinen Luxusschwestern am Tegernsee die Seele bewahrt habe, erklärt der Musiker seine Zuneigung. Hier könne man überall an den Tegernsee herangehen, das sei ein Privileg, was es sonst nicht gebe. Und er hoffe sehr, dass das so bleibe und sich der Ort nicht dem Luxus opfere und sich ausschlachten ließe.

Auch wenn das Chanson also eine Hommage ist, endet es humorvoll und selbstironisch mit einem Jodler. Damit zeigt Ramon Bessel, dass er sich musikalisch nicht einengen lässt. Bei ihm ist Rock und Tango ebenso zuhause wie Folk, alles, was stilistisch gut ist und zum Inhalt seiner Lieder passt.

Wohlstand und Abschottung

Dieser Inhalt ist kritisch, nachdenklich und umfasst die unterschiedlichsten Themen. Der Titel „SUV“ ist ein kabarettistisches Lied. Er wolle davon erzählen, was ihn wirklich stört, ohne verletzend oder bitter zu sein, sagt der Songwriter. Für ihn sei der SUV ein Abbild der Gesellschaft. „Wir rüsten im Privatbereich auf“, meint er, „diese Fahrzeuge haben keinen Sinn außer Machtdemonstration.“ Sie zeugten von Wohlstand und Abschottung. „Und dann fahren sie damit zum Biomarkt einkaufen oder bringen das Kind zum Klavierunterricht.“

Kartenhaus

Das dritte Lied, das Ramon Bessel am kommenden Wochenende in Stuttgart singen wird, heißt „Kartenhaus“. Es ist ein psychologisches und poetisches Lied über die Gewohnheiten des Menschen, über seine Lösungsstrategien, von denen er weiß, dass sie nicht funktionieren, dass sie immer wieder einstürzen.

Unser Hörtipp: „Kartenhaus“ von Ramon Bessel

Troubadour Chansonwettbewerb
Mit diesem Foto bewarb sich Ramon Bessel bei „Troubadour“. Foto: Catherina Hess

Die Zeit sei reif, sagt er. Er habe genug erlebt, um in seinen Liedern etwas sagen zu können. Da geht es also nicht nur um Liebe und Leid, sondern um vielschichtige Themen, die viele Menschen ansprechen. Dazu kommt die professionelle Begleitung am Klavier. Was seine Präsentation aber komplettiert und besonders macht, das sind seine schauspielerischen Fähigkeiten.

Mit „Riscant“ in Miesbach

Diese Kombination kennen seine Fans bereits aus den Auftritten mit „Riscant“, dem Trio, das Lieder von Ulrike Dissmann aus den Stücken des Münchner Sommertheaters offerierte. Mit Isabelle Scheiber und Christoph Hirschauer begeisterten die Musiker bei der 2. Spurwechsel-Konferenz im Waitzinger Keller in Miesbach. Und der Schauspieler und Sänger begeisterte auch bei seinen Auftritten im Freien Landestheater Bayern, beispielsweise als Junker Spärlich in „Die lustigen Weiber von Windsor“.

Troubadour Chansonwettbewerb
Ramon Bessel und Isabelle Scheiber. Foto: Catherina Hess

Zwanzig Jahre Tätigkeit als musikalischer Leiter und Schauspieler im Münchner Sommertheater sowie seine Auftritte am am FLTB haben ihre Spuren hinterlassen. In seiner Bewerbung für den „Troubadour“ schreibt Ramon Bessel: „Gern würde ich mal über mich lesen: Ein Vokalpianist im besten Sinne: 50 Prozent Klavier, 50 Prozent Gesang und 50 Prozent Schauspiel.“

Ramon – der falsche Spanier

Viola! Auch wenn die Rechnung mathematisch fragwürdig ist, zeigt sie doch, dass Ramon, der falsche Spanier, wie er sich nennt, mit übervollem Einsatz nach Stuttgart fährt, wo er am kommenden Freitag im Halbfinale des „Troubadour“ gegen acht Kandidaten antritt. Wir drücken alle Daumen. Und wir freuen uns auf das erste abendfüllende Programm mit dem Vokalpianisten Ramon Bessel. Vielleicht ist ja Isabelle Scheiber auch wieder dabei.

Hier finden Sie einen Text über die Aufführung des FLTB „Die lustigen Weiber von Windsor“:

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