Liederjan in Waakirchen

Liederjan – die Biermöslblosn von der Waterkant

Kein leichter Abend für das Publikum in der Waakirchner Turnhalle. Sich nach dem fulminanten Wortfeuerwerk des Holger Paetz noch einmal auf etwas völlig Neues einzulassen, verlangte einem alles ab. Den meisten im Saal gelang es, dem Trio Liederjan aus Hamburg aufmerksam zu folgen. Mit „Horch, was kommt von draußen rein“, verwoben mit der Titelmelodie aus den James Bond-Filmen, marschierten die drei Musiker in die Halle und auf die Bühne.

In der Früh hätten sie schon eine Stunde im Hotel vergeblich „gewulfft“, also gewartet, dass jemand kommt und die Rechnung bezahlt. Bedenklich sei es schon, ist zu hören, dass es für den neuen Bundespräsidenten schon Wörter gibt. „Gaukler“ oder „jemandem etwas vorgaukeln“. Oh je!! Nach dem Wortspiel kommt das Singspiel. Die Pleitepolka. „Lieber Minister, liebe Kanzlerin, sehen sie denn nicht, dass ich fast pleite bin. Vergessen sie die Banker und das andere Gewürm, ich muss dringend unter den Rettungsschirm.“

Seine Angst vor dem Elfmeterschießen erzählt Jörg Ermisch zu der Melodie „My Way“ und Tönen, die Michael Lempelius mit Sägeblatt und Geigenbogen erzeugt. Eine Schrecksekunde, als Lempelius ankündigt, nun „Lenin“, das Gedicht eines Freundes mit 25 Strophen vortragen zu wollen. („An Entkommen brauchen Sie gar nicht zu denken, die Türen sind abgeriegelt.“)
„Opa ist voll bis an den Rand, dann lehn´in einfach an die Wand.“ Erleichtertes Gelächter aus dem Publikum. Auch für Liederjan ist es eine Herausforderung, die Gäste im Saal bei der Stange zu halten. Es gelingt ihnen mit Liedern wie „Sonst gerne“, in dem der Tod auf Besuch
kommt und sich für die Störung entschuldigt, „aber ihre Zeit ist um“, der Auserwählte aber just keine Zeit zum Sterben hat oder dem gesungenen wortgetreuen Inhalt eines fremdwortüberfrachteten Beratungsgespräches bei der Bank. „Wenn die Baisse mit der Hausse in die Schweiz verreist.“

Durchaus Geschäftssinn beweist das Trio mit seiner neuen Geschäftsidee. Dem Handel mit Ukulelen. Als Vertriebspartner habe man sich IKEA angelacht, nun heiße es natürlich nicht mehr Ukulele sondern KLIMPA und KLIMPA findest DU im Regal 13, Fach 12.
Zum Stimmen ist ein Inbusschlüssel beigelegt und das alte Motto „Stimmst Du noch oder spielst du schon“, lebt wieder auf. Liederjan hat die Ukulele gut gestimmt und spielt darauf das „Schubladenlied“. („Kuck mal da die alte Sau, kauft sich eine China-Frau, Schublade auf, Schublade zu, und drin bist du.“)

Müde erklatscht sich das Publikum noch eine Zugabe, die von den tollen Musikern aus dem hohen Norden auch artig geliefert wird. Schade, aber ob der späten Stunde vielleicht entschuldbar, dass während dieser Schlussnummer schon einige Besucher den Saal verlassen haben. Es war eben ein dichter Abend, der ordentlich Kondition verlangte.

Text und Foto: Petra Kurbjuhn
Bildnummer: 1330067057

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