Laudato si‘ verbindet Akteure unterschiedlicher Couleur

Laudato si'

Dr. Josef Fuchs, Vorsitzender des Sachbereiches Ökologie und Globale Verantwortung des Diözesanrates der Katholiken, hat die Dialogtreffen initiiert. Foto: Monika Ziegler

Dialogtreffen in München

Kirchliche und nicht-kirchliche Verbände und Initiativen haben sich auf Einladung des Diözesanrates der Katholiken getroffen, um zu beraten, wie der Aufruf der Enzyklika Laudato si‘ zur Umkehr in die Tat umgesetzt werden kann. Auch Kulturvision ist mit „Anders wachsen“ in den Dialog einbezogen.

Das gestrige Treffen in München vereinte Vertreter sehr unterschiedlicher Organisationen an einem Tisch. Misereor, Diözesanrat, Bund Naturschutz, ATTAC/Schumacher-Gesellschaft, Oekom, Germanwatch, Bildung Nachhaltige Entwicklung und andere waren zum 3. Dialogtreffen zusammen gekommen. Sie alle sind sich darin einig, dass die sehr deutlichen Aussagen von Papst Franziskus zur Sorge um unseren Planeten noch mehr in die Öffentlichkeit dringen müssen.

Josef Fuchs, Vorsitzender des Sachbereiches Ökologie und Globale Verantwortung des Diözesanrates der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, betonte, dass die Enzyklika Laudato si‘ nicht nur vom Verstand, sondern auch von der spirituellen Seite her gesehen werden solle. Sie rufe dazu auf, die eigenen Mauern zu überschreiten, aus sich heraus- und auf andere zuzugehen.

Lebensstil, Politik und Wirtschaft

In der Runde wurde das Spannungsfeld der Botschaft herausgestellt. Zum einen rufe der Papst zur individuellen Umkehr auf, zur Überprüfung des eigenen Lebensstils. Zum anderen aber greift er mit sehr klaren Worten Wirtschaft und Politik an. Die Wirtschaft denke nur an Rendite, die Politik klebe an der Macht. Vom technischen Fortschritt fordert er, dass er Armut verringert, Umwelt fördert und Lebensqualität verbessert.

Das Wir-Gefühl müsse erstarken, die Globalisierung müsse im Herzen stattfinden, wurde gefordert. Und Bildung müsse dazu beitragen, dass es zum Bündnis zwischen Menschheit und Umwelt komme. Die Schönheit und der Eigenwert der Natur sei in unserer anthropozentrischen, nur auf den Menschen ausgerichteten, Zeit verloren gegangen, hieß es.

Sorge um das gemeinsame Haus

Und dennoch ginge es um die Würde des Menschen, um eine Wandlung seines Bewusstseins. Und dabei habe jeder Mensch jeden Tag die Möglichkeit, einen kleinen Schritt zu tun. In der „Sorge um das gemeinsame Haus“ wie Papst Franziskus deutlich schreibt, ist jeder an seinem Platz gefragt.

Laudato si'

Kirchliche und nichtkirchliche Initiativen vereinigen sich in der gemeinsamen Sache. Foto: Monika Ziegler

Wie aber dann diese eigene Transformation hinaus tragen? Gibt es Zeitfenster für die Transformation? Wie kann man sie entdecken und öffnen? In der Welt gibt es mittlerweile eine große ökologisch-soziale Bewegung. Ein Beispiel: 10 5000 Gruppen meldeten sich für einen Wettbewerb, den ein schwedischer Milliardär ausgeschrieben hat. Er bietet 5 Millionen Dollar für die Idee eines neuen globalen Regierungssystems, das Probleme wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Armut behandelt. https://globalchallenges.org/en

Und was können wir tun? Jeder der Beteiligten berichtete über die eigenen Aktivitäten, Vorträge, Veranstaltungen, lauter kleine Schritte. Auch im Landkreis Miesbach wurde im Rahmen der Reihe „Anders wachsen“ unter der Federführung des Katholischen Bildungswerkes die Enzyklika von Pastoralreferent Christof Langer vorgestellt. Und hier wie überall, war man erstaunt, welch deutlichen Worte Papst Franziskus fand. Ob gläubig oder nicht, jung oder alt, wer sich auf den Text einlässt, ist bereichert. Aber langsam lässt das Interesse nach.

Neue Kanäle erforderlich

Und so müssen neue Kanäle gefunden werden, um die Menschen für die Themen Ökologie und Gerechtigkeit zu interessieren. In der Reihe „Anders wachsen“ ist das neben der Bildung in erster Linie die Kultur. Wir laden zum großen ARTcycling Festival vom 29. Juni bis 2. Juli in das KULTUR im Oberbräu Holzkirchen ein. Und wir probieren auch andere neue Formate, wie Science Slam am 19. Mai im Foolstheater Holzkirchen aus, wo Wissenschaft unterhaltsam von Schüler präsentiert wird.

„Denn die Themen Ökologie und soziale Ungerechtigkeit bleiben“, sagte Josef Fuchs und so war das Fazit der Veranstaltung, dass die Dialogtreffen fortgesetzt werden, um eine gemeinsame Plattform zu haben, um sich zu vernetzen und auszutauschen. Es sei sehr ermutigend, dass so viele Aktivitäten im Sinne von Laudato si‘ laufen, meinte Fuchs.

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