Ruth Priese | Vom Wirtschaftswachstum zum zwischenmenschlichen und Persönlichkeitswachstum

Als gewesenes Mitglied der „Akademie Solidarische Ökonomie“ bemühe ich mich schon lange (etwa mit einem „Faktenblatt Menschsein“ dort auf der Web-seite) darum, in Gesprächen und bei der Mitarbeit von Texten deutlich zu machen, dass es für eine menschenwürdige und umweltschonende Zukunft dringend notwendig ist, vom Zwang zum ständigen Wirtschaftswachstum zum zwischenmenschlichen und Persönlichkeitswachstum zu kommen.

Darunter verstehe ich, dass wir unser handlungsmotivierendes, durch unsere zwischenmenschlichen Erfahrungen von unserer Empfängnis an geprägtes Unbewusstes Stück um Stück erforschen und so unser Wahrnehmen, Verhalten und Handeln immer mehr steuern können.

Dazu gehört m.E. ein Bewusstsein über unsere Grundbedürfnisse und die Freiheit/der Mut, sie sich selbst zu erfüllen und ihre Befriedigung nicht von anderen Menschen zu erwarten oder gar anderen anzulasten, dass manche Bedürfnisse in unserer Kindheit von unseren Bezugspersonen nicht ausreichend erfüllt werden konnten.

Ich nehme wahr:

unsere körperlichen Bedürfnisse nach Nahrung und Flüssigkeit, nach Bewegung, Tätigkeit, nach Ruhe und Schlaf, nach einem körperfreundlichen Maß von Wärme, Luft, Licht und Dunkelheit, nach beiderseits stimmiger Berührung,

unsere emotional/sozialen Bedürfnisse nach Kontakt, gemeinsamem Spielen und Tun, gemeinsamen Interessen, Lebenszielen, gemeinsamer Arbeit, ähnlichen Vorlieben, Austausch, Begegnung, gesehen, geachtet, anerkannt, verstanden und geliebt werden,

unsere geistigen Bedürfnisse nach intellektuellen, dem je eigenen Entwicklungsstand entsprechenden Herausforderungen, das eigene Wissen und intellektuelle und praktische Können in sinnvollen Aufgaben für andere bzw. die Gemeinschaft anzuwenden,

unsere geistlich/spirituellen Bedürfnisse nach Einordnung/Verortung der eigenen Existenz in den Zusammenhang von der vorhandenen wahrgenommenen Welt und Umwelt sowie menschlichen Gemeinschaft und des diese umgebenden Unendlichen, Unverfügbaren, nach Formen des Respektes/der Würdigung/Verehrung dieses Größeren.

Wichtig erscheint mir ebenfalls für eine realistische Annäherung an unsere Zukunftsvisionen, dass wir unsere menschlichen Grundbedürfnisse von unseren dazukommenden Wünschen unterscheiden. Z.B., dass uns bewusst bleibt,

– essen und trinken ist überlebensnotwenig, unser Wunsch nach schmackhaftem, gutem Essen und genussvollen Getränken geht darüber hinaus,

– beiderseits stimmige Berührung wäre ideal, ein vom anderen Menschen gut gemeintes Streicheln tut auch schon gut,

– ähnliche Interessen, ein ähnliches intellektuelles Niveau und ähnliche Lebensziele und Grundüberzeugungen sind sicherlich die Voraussetzung für eine gute Partnerschaft, aber der Respekt vor denen des jeweiligen Partners, der Partnerin lassen ein gutes gemeinsames Leben auch zu,

– wunderbar, wenn ich meine jeweiligen intellektuellen Fähigkeit im Einklang mit meinen emotionalen und körperlichen in einer entsprechend herausfordernden Lebensaufgabe einbringen kann. Aber wenn ich gerade eine solche Aufgabe nicht finde, kann ich mich auch mit einem Teil meiner Möglichkeiten einbringen und den anderen Teil auf andere Weise befriedigen

– und so weiter.

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