Susanne Zetzl und die Anderswelt

Susanne Zetzl

Susanne Zetzl am Schliersee. Foto: Petra Kurbjuhn

Neuerscheinung auf dem Buchmarkt

Mit ihrem ersten Roman „Maren und der Silbervogel“ hat die Fischbachauer Autorin Susanne Zetzl ein Jugendbuch geschrieben, das aber auch die ältere Generation in Bann zieht. Wo sind die vier Abenteurer gelandet und wie finden sie zurück in ihr gewohntes Leben?

Maren ist mit ihren Eltern zum Zelturlaub in Sardinien. Zu ihrem großen Ärger ist auch eine befreundete Familie mit Nervensäge Silvia und ihrem schrecklichen kleiner Bruder Hubbsi dabei. Als sie den Fluß ins Landesinnere erkunden will, wollen die beiden ungeliebten Typen unbedingt mitkommen. Zum Glück schließt sich auch noch der smarte Fabian mit seiner dreijährigen Schwester Inga an.

Als sie mit ihrem Floß zu einem Felsen mit einer eigenartigen Nase kommen, beschließen die vier Großen hinaufzuklettern und ins Wasser zu springen. Inga lassen sie am Ufer sitzen. Beim Sprung in den Fluss spüren sie eine ganz merkwürdige Kraft und als sie auftauchen ist Inga verschwunden.

Heldenreise

Das ist die Ausgangssituation der Geschichte. Susanne Zetzl hat sie ganz im Sinne der berühmten Heldenreise, wie sie insbesondere von Joseph Campbell entwickelt wurde und in allen Märchen und Mythen zm Tragen kommt, angewandt. Die Helden werden aus ihrer gewohnten Umgebung heraus gerissen, vor eine Aufgabe gestellt und müssen diese bewältigen. Dabei kommt es zu Konflikten, Herausforderungen und Prüfungen.

Die Autorin konfrontiert die vier Jugendlichen in einer für sie unbekannten Welt mit sich immer steigernden Aufgaben. Sie schöpft dabei aus einem enormen Pool an Fantasie. Da gibt es irgendwelche Stechdinger im Boden, die ihnen zu schaffen machen, gigantische Pusteblumen, deren Samen wie Feuer brennen und die sich als Blutegel herausstellen. Als sie einen Fluss überqueren müssen, treffen sie auf ganz merkwürdige Pflanzen, die nach ihnen greifen.

Eintauchen in die Anderswelt

Susanne Zetzl beschreibt die Anderswelt so, dass man als Leser eintaucht, sie vor sich sieht, man mitten drin ist und selbst nach Lösungsmöglichkeiten sucht. Vor allem aber ist man an der Erlebniswelt der Jugendlichen beteiligt, kann sich hineinversetzen in ihre Angst, ihren Hunger, aber auch in ihren Wunsch, diese Herausforderungen zu meistern.

Die Jugendlichen sind immer mal wieder am Verzweifeln, vor allem Fabian, der sich große Vorwürfe macht, weil er nicht gut genug auf seine Schwester aufgepasst hat. Und sie streiten sich auch. Dann aber versuchen sie sich gegenseitig zu helfen. Sogar der nervige Hubbsi macht sich nützlich und entdeckt etwas zu essen.

Susanne Zetzl

Die Odyssee der in einer anderen Welt angekommenen Vier wird durch eine Zeichnung der Autorin am Beginn des Buches illustriert. Dort ist auch als Höhepunkt der Geschichte die Ruhestätte des Silbervogels eingezeichnet. Dort aber werden Maren und ihre Gefährten ganz schrecklichen Abenteuern ausgesetzt, bei denen der Leser mitfiebert.

Ehrlich gesagt, mag ich Fantasy nicht und würde freiwillig nie so ein Buch lesen. Wenn aber ein Mitglied der Schreibwerkstatt von Kulturvision e.V. das erste Buch herausgibt, dann ist es ja wohl Ehrensache, es zu lesen. Und ich habe es am Stück verschlungen. So spannend ist es geschrieben. Aber nicht nur das, wie in einer richtigen Heldenreise entwickeln sich die Helden in ihrem Abenteuer weiter, sie lernen hinzu, sie werden toleranter, großzügiger. Und meine Haltung zu Fantasy hat Susanne Zetztl verändert: Das bereichert.

Susanne Zetzl

Und am Ende sind Silvia und Hubbsi gar nicht mehr so schrecklich. Ja, und ein bisschen Jugendliebe und Eifersucht spielt auch mit hinein. Und der Roman enthält eine Botschaft, die des Silbervogels, aber das wird natürlich nicht verraten. Das Buch „Maren und der Silbervogel“ erschien bei Phantastik, herausgegeben von Wilko Müller jr. in der Edition SOLAR-X2017.

Susanne Zetzl wurde 1965 in München geboren. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sie ist gelernte Schriftsetzerin und heute als Grafikerin im Verpackungsdesign tätig. Sie hat bereits mehrere Kurzgeschichten und Erzählungen veröffentlicht. Ihr erster Roman „Maren und der Silbervogel“ erschien im April 2017. Zum Schreiben motiviert sie immer wieder die Frage „Was wäre wenn …?“. Daraus ergeben sich spannende, verrückte und manchmal auch unheimliche Konstellationen, die aufgeschrieben werden müssen. Phantastik spielt in den Texten von Susanne Zetzl eine große Rolle, aber auch ganz realistische, alltägliche Erzählungen über die kleinen Dinge des Lebens. Weitere Informationen: http://www.susanne-zetzl.de

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