Stimmungen in Töne umgesetzt

Stefan Noelle, Anschi Hacklinger, Marion Dimbath (v.l.). Foto: Andreas Hoernisch

Konzert in Weyarn

Vor über drei Jahren luden Anschi Hacklinger und Flori Burgmayr zum Wohnzimmerkonzert in die Weyhalla ein, bei dem die Zuhörer unter dem Titel „Selten greislig und meistens schön“ Eigenkompositionen der beiden Vollblutmusiker zu hören bekamen und begeistert waren.

Inzwischen hat die Weyarner Musikerin weitere Klavierstücke komponiert und entschieden, sie mit Bass und Tuba aufzunehmen. Sie selbst spielt Klavier und fand in Marion Dimbath, eigentlich Posaunistin, eine Musikerin, die sich auch der Tuba widmet und sich über die neue Herausforderung freue. Die Tuba geb das Fundament für ihre Stücke, meint Anschi Hacklinger. In Stefan Noelle habe sie „einen grandiosen Schalgzeuger“ für HACKLINGER gewinnen können.

Themen aus Umfeld

Das Trio nahm die zehn Stücke im Studio auf und produzierte mit Michael Nasswetter in Rottach-Egern eine CD unter dem Titel „deszwegn“, die knapp vor dem Konzert erscheinen wird. Es sind eher ruhige und berührende Stücke, die viel mit der Lebenssituation der Komponistin zu tun haben.

Sie setze sich ans Klavier und schlage ein paar Töne an und dann entstehe eine Akkordfolge und daraus eine Melodie, erklärt Anschi Hacklinger den Entstehungsprozess. Oft sei sie mit einem Thema aus ihrem Umfeld beschäftigt und daraus entwickle sich dann die Komposition.

So wie meim ersten Stück „Luca“, das Anschi Hacklinger in Erinnerung an ihre verstorbene Katze geschrieben hat, ein trauriges Lied mit einer drängenden Melodie. Ganz anders der folgende „Lebens Ja Walzer“, den die Musikerin für eine Hochzeit komponierte und den eine schöne Melodie in schwingend-heiterer Stimmung trägt.

Das Klavier ist nicht immer im Vordergrund. Zuweilen überlässt es der Tuba die Führung, so wie in „Du bist nicht willkommen in meinem Satz“ oder im „Trauermarsch“. Auch das Schlagzeug tritt aus der Rhythmusfunktion heraus und übernimmt in „Grulemugg“ die solistische Funktion. Der merkwürdige Titel stamme von ihrer Tante, erklärt Hacklinger. „Das war ihr Lieblingsschimpfwort“. Und genauso klingt das Stück auch, aufgeregt und ärgerlich.

Weckt Lust am Tanzen

Die Komponistin versteht es ganz vorzüglich, Stimmungen in Töne, Melodien und Rhythmen umzusetzen. So ist das „Schlaflied für Lorenz“ ein ruhiges Stück, der „Lea-Walzer“ weckt die Lust am Tanzen und „Traamhappad“ führt in eine unwirkliche, entrückte Welt. Humorvoll und sehr lebendig kommt „Walzers Krise“ daher. Es beginnt ganz brav im Dreiveirteltakt, aber dann kriegt der Walzer die Krise, will nicht mehr brav sein und schlägt in den treibenden Zweivierteltakt der Polka um. Da geht die Post ab.

Das Programm von HACKLINGER umfasst eine halbe Stunde. Deshalb hat die Musikerin ihren Schlagzeuger Stefan Noelle eingeladen, seine eigene Vorband zu gestalten. Der Münchner ist nicht nur Schlagzeuger, sondern auch Chansonnier und Gitarrist und hat ein Soloprogramm „Meinetwegen im Regen“produziert, mit dem er die andere Hälfte des Konzerts bestreitet. Anschi Hacklinger beschreibt ihn so:
„Lustvoll widmet sich der Münchner Chansonwriter der deutschen Sprache und findet vor allem in seinen Liebesliedern berührende Bilder und hinreißende Melodien. Er singt sie mit Lebenserfahrung und Augenzwinkern – und mit Sinn für feinen Humor. Ein Mann, der sprachlich und musikalisch die Zwischentöne sucht – in der Tradition der großen europäischen Liedermacher, Chansonniers und Cantautori. Seine Debüt-CD ist momentan nominiert für den Preis der deutschen Schallplattenkritik.“

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