„Podium für junge Solisten“ mit Stefan Zweig Trio

Tristan Cornut, Kei Shirai und Sibila Konstantinova (v.l.). Foto: KN

Sie sorgten für langanhaltenden Beifall: Das Stefan Zweig Trio bestritt virtuos das fünfte Konzert der Saison des „Podium für junge Solisten“ im Barocksaal des Tegernseer Schlosses.

Der „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“ e.V. hat dieses ausgezeichnete Klaviertrio mit Sibila Konstantinova, Piano, Kei Shirai, Violine, und Tristan Cornut, Violoncello, seit dem Semi-Finale des ARD Wettbewerbs 2013 beobachtet. Inzwischen hat sich das von seinem Namenspatron inspirierte Ensemble, dem aus der Musik und seiner Akteure schöpfenden Schriftsteller Zweig, als herausragende Kammermusikformation einen Namen gemacht und sich 2015 gleich drei Preise des sehr renommierten Internationalen Haydn Kammermusik-Wettbewerb in Wien erspielt: Den 1.Preis, den Publikumspreis und einen Sonderpreis.

Elegante und tiefgründige, hingebungsvolle Phrasierung

Bei Beethovens Klaviertrio G-Dur op.1 Nr.2, Mauricio Kagels Trio Nr.2 und Mendelssohns Trio Nr. 2 in c.moll op.66 zeigte das Stefan Zweig Trio in Tegernsee, aus welchem Holz es geschnitzt ist. Konzentrierte Spielfreude, höchste Qualität der Tongebung und ein schlüssiges und edel-schmissiges Spiel kennzeichnete seine Interpretationen aller drei Stilepochen. Herausragend das Largo con espressione aus Beethovens Werk, von eleganter und tiefgründiger, hingebungsvoller Phrasierung, die dynamischen Kontraste wirkungsvoll ausgekostet, mit beeindruckend in schwärzestem Bassbereich singendem Cello von Tristan Cornut. Im Finalsatz baute das Ensemble die dem Stück innewohnende Spannung aus unheimlicher und heiterer Atmosphäre mit brillant gespielten, rasanten Skalenkaskaden, Repetitionen, abruptem Innehalten und perfekter Tempobeherrschung mit der als treibende Kraft agierenden Pianistin Sibila Konstantinova genial aus.

Der argentinische Komponist Mauricio Kagel sah die Form Klaviertrio selbst als Herausforderung und wartete bis Mitte der Achtziger, um sich damit zu beschäftigen. Aus seinen dann drei an der Zahl gewordenen Werken spielte das Stefan Zweig Trio das 2001 entstandene zweite Trio in einem Satz für Violine, Violoncello und Klavier. Alle drei Instrumente sind hier gleichberechtigt und schufen im Wechsel der bestimmenden drei dynamischen Stufen extrem spannende und von detailliertester Abstimmung und Intensität geprägte Musik.

Konzert mit volltönigem, majestätischem Abschluss

Ruhige Episoden, äußerste Vehemenz und mittlere Kraft lösten sich immer wieder in einem Auf und Ab der Emotionen mit allen Raffinessen instrumentalen Spiels von Pizzicato über Ribattuto ab. Von gewollt schrillen Tönen zu samtigen Klängen, von wildem Tanz zu Saitenzupfen am Flügel, als ein Spiegel unserer Zeit, im unglaublich genauem und farbigen Spiel des Stefan Zweig Trios. Feurig mitreißend, klaviervirtuos, stürzten sich die drei jungen Musiker in die dichte Textur Mendelsohns Trio c-moll und holten alle dramatische Passion und leidenschaftliche Glut aus diesem anspruchsvollem Stück.

Perlend und drängend mit voller Klangkraft im Allegro energico e con fuoco, von inniger Schönheit und volltöniger Gesanglichkeit im Andante espressivo. Rasantes Tempo prägte das mit ungeheurer Spannung als ein Ritt ums Überleben gestaltete Scherzo, und ausgelassene Versöhnlichkeit das Finale bis zum Durchbruch der feierlichen Choralmelodie, akkordisch vom Klavier vorgestellt dann auch mit drängendem Violingesang von dem hervorragenden Kei Shirai wie dem erstklassigen Tristan Cornut am Cello vorgetragen.

Ein volltöniger, majestätischer Abschluss. Dem begeisterten Publikum des Barocksaals schenkten die drei Musiker noch einen langsamen Satz aus Haydns Trio D-Dur, von warmer Sonorität und galantem Witz.

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