Nele von Mengershausen: Hexagone in Bayrischzell

Chaos und Ordnung, ein ewiges Thema, das in der neuen beeindruckenden Malerei und den faszinierenden Leuchtbildern von Nele von Mengershausen in der Galerie am Tannerhof in Bayrischzell zum Ausdruck kommt.

Hexagone sind es, die die Künstlerin zum Ausgangspunkt ihrer farbintensiven Bilder macht. Hexagone, die in Natur und Technik eine überragende Rolle spielen: Wabenstruktur von Bienen und Wespen, und ein vom Dach gefallenes Wespennest war auch der Auslöser für das Interesse der Malerin an dieser Struktur, aber auch die Facettenaugen von Insekten, kristalline Strukturen in der Welt der Mineralien und neuerdings Carbonfasern, die ein Mehrfaches der Belastung von Stahl aushalten können, haben die hexagonale Grundstruktur.

Mit ordentlichen, mit dem Bleistift gezeichneten, Hexagonen beginnt Nele von Mengershausen ihren kreativen malerischen Prozess, dem sie später die Farbigkeit hinzufügt, aber aus diesen Sechsecken heraus entwickeln sich wie von selbst Verzerrungen bis hin zur Auflösung der Ordnung ins Chaos. Wachsen also zunächst von geordneten Strukturen, und dann, wenn das Wachsen in ungezähmtes Wuchern übergeht, kann es zur Katastrophe kommen. Nicht von ungefähr heißt eines ihrer Bilder deshalb Kernschmelze. Fukushima habe sie tief erschüttert, erzählt die Künstlerin zur Vernissage, aber später habe sie einige ihrer damals entstandenen Bilder einfach wieder übermalt, es wieder grünen lassen. So hat die Künstlerin in diesen Bildern nicht nur eine ästhetisch schöne Malerei mit großem künstlerischen Anspruch geschaffen, sondern macht gleichermaßen auf gesellschaftliche Fragen aufmerksam, denen sie aber mit der ihr eigenen Heiterkeit und Hoffnung begegnet.

Nele von Mengershausen: Leuchtbilder

Dieser Heiterkeit und Hoffnung begegnet der Betrachter auch in den Leuchtbildern. Licht ist immer ein Symbol der Hoffnung und das Experimentieren mit Licht liegt Nele von Mengershausen seit Kindheitstagen am Herzen, wie sie verriet. Auch hier ebenso wie bei den Hexagonen, gibt es eine Verbindung der Kunst zur modernen Technologie. Light emitting diodes nämlich, die sie als Leuchtquellen hinter ihren geritzten Acrylplatten verwendet, lassen das Licht in die geritzten Striche einschiessen, so dass faszinierende Effekte entstehen. Darüber hinaus entwickeln sich ganz unterschiedliche Farbwirkungen beim Ein- und Ausschalten. Diese ganz neuen Arbeiten, die die Künstlerin mit der technischen Beratung von Tom Voit aus München fertigt, stehen neben Leuchtbildern, die wiederum geordnete Strukturen unterschiedlicher Art und Farbigkeit als Transparenzbilder zeigen.

Ordnung und Chaos, Wachsen und Wuchern, eine Ausstellung von hoch künstlerischem und gesellschaftlichem Wert von Nele von Mengershausen, noch bis zum 30. Juni 2012 in der Galerie Tannerhof Bayrischzell, täglich von 10 bis 18 Uhr.

 

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