Instrument des 21. Jahrhunderts

Akkordeonist Marko Ševarlić

Akkordeonist Marko Ševarlić. Foto: KN

Konzerttipp für Holzkirchen

Am 12. April spielt Akkordeonist Marko Ševarlić ein Konzert in Holzkirchen. Warum wir finden, dass es besonders empfehlenswert ist, hängt mit seiner Persönlichkeit und natürlich vor allem mit seinem Können zusammen.

Mit 14 Jahren kam die Erkenntnis: Ohne Musik gibt es kein Leben. Das war der Durchbruch und Marko Ševarlić übte ab sofort acht Stunden täglich. Begonnen aber hatte die Leidenschaft für das Akkordeon schon mit sieben Jahren. „Das Akkordeon ist in meiner Heimat Serbien das traditionelle nationale Instrument, der Chef jeder Band ist der Akkordeonist.“ Mit 10 Jahren besuchte er die Musikschule, zu spät, sagt der Musiker heute, denn in Serbien herrschte das russische System, in dem Kinder schon sehr früh in ihren Talenten gefördert werden. Aber er lernte schnell und überwand auch die Pubertätskrise mit 13.

Eine kleine Kostprobe von Marko Ševarlić hören Sie hier:

„Dann kam der Punkt wo ich Musik hörte und meinte zu fliegen“, sagt er und sein Berufswunsch war klar. Am Tag unserer Begegnung hatte er gerade die Abschlussprüfung der letzten Meisterklasse an der Hochschule für Musik in Würzburg bestanden, zudem studiert er in der Meisterklasse Kammermusik in der Hochschule für Musik und Theater in München, studiert in Paris und gibt Konzerte auf der ganzen Welt, allein oder mit seinem Partner Nikola Kerkez im Duo „Jeux d’Anches“.

Unterrichten bedeutet Geben und Nehmen

Wer Marko Ševarlić im Konzert hört und sieht, ist fasziniert. Der Musiker geht auf in seiner Musik. Er wird eins mit seinem Instrument, sodass man meint, er übernimmt die Atmung vom Balg. Er ist in tiefer Resonanz mit den Klängen. In seinem Gesicht kann man lesen, wenn eine besondere Passage kommt. Dann strahlt er in Vorfreude. Trotz seiner internationalen Erfolge, gewonnener Wettbewerbe und Preise unterrichtet Marko Ševarlić seit einem Jahr Kinder und Erwachsene im Holzkirchner Musikzentrum „Trommelfell“. „Unterrichten bedeutet Geben und Nehmen“, sagt er. Er versuche alles zu geben und lerne von jedem Schüler. Wenn es zu echter Begegnung komme, zu Empfindsamkeit und Empathie, dann sei das für jeden Musiker eine Bereicherung.

Marko Ševarlić unterrichtet leidenschaftlich gern Akkordeon
Marko Ševarlić unterrichtet leidenschaftlich. Foto: Petra Kurbjuhn

Barbara Bertram aus Unterdarching und ihr Sohn Christian haben heute ihr Vorspiel. Beide sind begeistert von Markos Unterricht. „Er redet viel in Bildern, zum Beispiel beim Tango soll ich mir eine Nussschale vorstellen und dann kommt Moby Dick“, sagt Barbara Bertram und Christian ergänzt: „Oder von Eichhörnchen, die durch den Wald kommen oder vom Reiben an Gläsern.“ Und er fährt fort: „Marko bemerkt genau wie ich mich fühle und wenn es nicht so klappt, schimpft er nicht.“ Dann packen sie das Akkordeon zur Seite, stellen die Füße ins Wasser und Marko sagt: „So wie die Wellen dich umspülen, so musst du die Musik spüren.“ Aber wenn er gut spiele, dann sage Marko: „Das war unglaublich“, lächelt der 13-jährige.

Marko Ševarlić:  „Instrument des 21. Jahrhunderts“

Neben seiner Unterrichts- und Konzerttätigkeit hat Marko ein wichtiges Anliegen. „Luciano Berio sagte einmal, dass das Akkordeon das Instrument des 21. Jahrhunderts ist, das ist auch meine Überzeugung.“ Und so wolle er das Repertoire für das Instrument erweitern. Schließlich sei das Akkordeon mit seinem linken und rechten Manual eine kleine Orgel. Und so setzt sich der Musiker intensiv dafür ein, dass Stücke der klassischen Musik von Bach über Mozart bis Stravinsky für das Akkordeon bearbeitet und moderne Komponisten neue Stücke für sein Instrument schreiben.

für Marko Ševarlić ist das Akkordeon das Instrument des 21. Jahrhunderts
Für Marko Ševarlić ist das Akkordeon das Instrument des 21. Jahrhunderts. Foto: KN

Er habe die traditionelle Balkanmusik im Blut, so habe er angefangen, jetzt aber orientiere er sich in Richtung Klassik und wolle das Akkordeon für die Kammermusik bekannter machen.

Marko Ševarlić sieht sich als Musiker in dreierlei Hinsicht. Zum einen sei er als Akkordeonist ein Handwerker, der die entsprechende Fähigkeiten haben muss. Zum zweiten sieht er sich als Musikwissenschaftler, wo er mental tätig wird, dem Akkordeon dem ihm zuständigen Rang vermittelt. Und drittens sieht er sich als Künstler, „dass ich mit Energie, letztlich mit Spiritualität arbeite, wobei das Ziel nur die Musik ist“. Wenn es ihm gelänge, alle drei Sphären zu verknüpfen, dann habe er sein Ziel erreicht und könne eine echte Wirkung erzielen.

Diese Wirkung verspüren seine Schüler, die sich auf der Bühne ganz ihrem Spiel hingeben, ebenso wie Konzertbesucher, die Marko Ševarlić lauschen und eine Ahnung bekommen, was Musik ist.

Das Konzert von Marko Ševarlić findet am 12. April in Holzkirchen im katholischen Pfarrzentrum St. Josef statt. Details finden Sie hier in unserem Kulturkalender. Am 8. Mai spielt Marko Ševarlić zur Eröffnung der Ausstellung der Künstlergruppe „et cetera“ im Waitzinger Keller. Den vollständigen Artikel über Marko Ševarlić lesen Sie in der 28. Ausgabe der KulturBegegnungen. Hier ist der Link zum pdf.

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