Von Klassik am Klavier bis Krass mit den „Krassomaten“

Organ Explosion: Hansi Enzensberger an der legendären Hammondorgel B3

Organ Explosion: Hansi Enzensberger an der legendären Hammondorgel B3. Foto: Ines Wagner

Kulturnacht in Waakirchen

What a Night! Bei der Kulturnacht der Kleinkunstbühne Waakirchen hat Hugo Eder auf Vielfalt gesetzt. Hochkarätiger Ohrgenuss von Klassischer Musik über Chansons und Jazz bis zu funkigen Grooves – alles war dabei.

Alle zwei Jahre ist es soweit. Seit 2004 findet die Kulturnacht der Kleinkunstbühne in Waakirchen statt. Dann ist nichts mehr Kleine Bühne, dann wird richtig aufgefahren. In zwei Gruppen strömen die Menschen treppauf und treppab. Auf den Stufen wird man Zeuge begeisterten Austauschs: „Was habt ihr jetzt gehört?“ fragt eine Frau die Entgegenkommenden. „Querflöte und Klavier, das war großartig!“, wird mit leuchtenden Augen erwidert. Schon strömen die Menschen weiter.

Facettenreiche Chansons über die Liebe


Julia Leckner & Andreas Winkler. Foto: Ines Wagner

Der andere Menschenstrom kommt gerade von Julia Leckner & Anderl. Die Mezzosopranistin und der Akkordeonist haben sie mit Paula und Egon durch die Aufs und Abs der Liebe und ihrer Eifersüchte, Untreue, Sehnsüchte, Schwärmereien und Enttäuschungen – bis hin zum Kummersuff und der Versöhnung geführt. Chansons in französischer, englischer, deutscher und bairischer Sprache. Leckners facettenreiche Stimme wird umgarnt vom Akkordeon des Andreas Winkler. Und jetzt geht’s gleich weiter mit Klassik.

Gabriele Henn (Querflöte) und Swetlana Boldt (Klavier)
Gabriele Henn (Querflöte) und Swetlana Boldt (Klavier). Foto: Ines Wagner

Die vielfach ausgezeichnete Meisterklassenflötistin Gabriele Henn aus dem Tegernseer Tal präsentiert französische Flötenmusik aus zwei Jahrhunderten. Begleitet wird sie dabei von Swetlana Boldt am Klavier, die in Kasachstan und Russland ihr Klavierstudium absolvierte. Höchst virtuos und phantasievoll spielen sie an Querflöte und Flügel die anspruchsvollen Stücke der französischen Meister. Und am Ende „nach so vielen wilden Tönen“, wie Gabriele Henn sagte, verabschieden sie sich unter Bravorufen mit einem Stück Georg Friedrich Händels.

D.D. Lowka & Band: D.D. Lowka (Kontrabass), Reinhard Greiner (Trompete), Florian Riedl (Sax). Foto: Ines Wagner
D.D. Lowka & Band: D.D. Lowka (Kontrabass), Reinhard Greiner (Trompete), Florian Riedl (Sax). Foto: Ines Wagner

Auf Klassik folgt Jazz – und zwar mit keinem Geringeren als Quadro Nuevo Bassist D.D. Lowka, und zwar mit  D.D. Lowka & Band. Es war sein Herzenswunsch, filigrane Kammermusik in ein jazziges Gewand zu verpacken. Für feine Ohren bleibt von der Kammermusik ein vertrauter Hauch übrig bei diesen feingewebten akustischen Kleinoden. Ansonsten swingt und grooved es ordentlich mit souliger Note. Die berühmten Percussion-Soli Lowkas auf Kontrabass begeistern das Publikum, ebenso wie die Soli der anderen „Minijazz“er. Mit Reinhard Greiner an der Trompete, Florian Riedl an Querflöte, Saxofon und Klarinetten, Chris Gall am Piano und Chris Holzhauser am Schlagzeug bekommen die Zuhörer akustische, swingende Perlen auf die Ohren – und die Füsse wippen von ganz allein mit. Fünfunddreißig Minuten können ganz schön schnell vergehen.

Krassomaten lassen (fast) die Orgel explodieren

Und wieder fliegender Wechsel statt zeitaufwändigem Umbau. Die Jungs von Organ Explosion mixen Jazz, Blues, Funk und „Melodien für Millionen“ neu zusammen. Hansi Enzespergers Finger fliegen über die legendäre Hammondorgel B3 und ein Wurlitzer Piano. Da wurden offensichtlich Opas analoge Soundkästen entstaubt und neu verlötet, ganz klar, da sind Technik- und Soundbastler am Werk.

Ludwig Klöckner (Bass) und Manfred Mildenberger (Drums).
Ludwig Klöckner (Bass) und Manfred Mildenberger (Drums). Foto: Ines Wagner

Manfred Mildenberger wirbelt an Drums und Synthesizer und Ludwig Klöckner komplettiert am Bass das Trio der Münchener „Krassomaten“, wie sie sich selbst bezeichnen. Die mit Synthesizer vermischten elektronischen Orgelsounds waren für manchen Besucher vielleicht eine Herausforderung. Für andere der krönende Abschluss eines musikalischen Feuerwerks.

Verschiedenheit und Vielfalt fördern

Genauso hat Veranstalter Hugo Eder sich das vorgestellt. Wenn die Leute hinterher sagen: „Dies und das war toll, vielleicht wäre ich nicht zu einem ganzen Konzert gegangen, aber in dieser Vielfalt hat es mir super gefallen“, dann ist er zufrieden. Denn was die Kleinkunstbühne sich zum Ziel gesetzt hat, ist, Kultur zu fördern und den Menschen nahe zu bringen. Eben ganz verschiedene Arten von Kultur. Das ist der Kleinkunstbühne mit der Kulturnacht wieder sehr gut gelungen.

Weitere Veranstaltungen der Kleinkunstbühne Waakirchen finden Sie auf der Website.

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