Heinrich Bedford-Strohm beschließt die Kantatengottesdienste 2017

Heinrich Bedform-Strohm

Nach dem Abendmahl: Dekan Martin Steinbach, Vikarin Marie-Christin Noller, Pfarrer Erwin Sergel, Pfarrerin Anika Sergel-Kohls, Pfarrerin Melanie Striebeck, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Foto: Petra Kurbjuhn

Gottesdienst zum Reformationsjahr in Miesbach

Eine Neuausrichtung der Menschen an Jesus forderte Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, der in der Apostelkirche die Predigt am Zweiten Advent hielt. Und er beantwortete die Fragen: Wer ist dieser Mann? Welche Kraft ging von ihm aus?

Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes gab es kaum noch einen Platz in der Kirche und im Gemeindesaal, wohin die Feier per Kamera übertragen werden sollte. Die Freude der Miesbacher, den Landesbischof zu erleben, drückte Pfarrerin Anika Sergel-Kohls so aus: „Die Menschen sind stolz zu einer Kirche zu gehören, in der Sie Bischof sind, weil Sie die christliche Freiheit nutzen, um klar Position zu beziehen.“

Heinrich Bedform-Strohm
Beim Einzug in die Apostelkirche: Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Dekan Martin Steinbach. Foto: Petra Kurbjuhn

Der Gottesdienst war ein besonderer, er beschloss die über 50 Veranstaltungen, die die evangelischen Kirchengemeinden im Reformationsjahr geplant und durchgeführt hatten und er beschloss zudem die 12 Kantatengottesdienste, die unter Leitung von Andrea Wehrmann insgesamt 3000 Besucher in die Apostelkirche lockten. So galt der Dank von Pfarrer Erwin Sergel dem Evangelischen Kirchenmusikverein und allen, die das Jahr mitgestaltet hatten.

Zum feierlichen Abschluss umrahmten der Kammerchor des Gymnasiums Miesbach unter Leitung von Markus Zellinger, sowie die Solisten Selina Dzierzon, Dominik Zangenfeind und Andreas Bichler den Gottesdienst, unterstützt von den Musikern Christof Sturm, Ines Groh, Jochen Groh, Thomas Mandl, Gertrud Stecher, Erich Kogler und Andrea Wehrmann.

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Kammerchor des Gymnasiums Miesbach unter der Leitung von Markus Zellinger. Foto: Petra Kurbjuhn

„Öffne dich, mein ganzes Herze“, diese Textzeile aus der Sopranarie steht für die Stimmung dieser Feier, an der auch katholische Christen teilnahmen. Auch die von Betty Mehrer vorgetragene Lesung führte in die Predigt ein, denn da hieß es, die Menschen mögen aufstehen vom Schlaf, ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes.

Der Landesbischof lobte in seiner Predigt, was in Miesbach alles geschehen sei, die ökumenischen Beziehungen seien vertieft, viele Menschen hätten jetzt wahrgenommen, dass die Kreisstadt eine evangelische Vergangenheit habe. Auch die Entscheidung des Haushamer Kirchenvorstandes, nicht an der sanierungsbedürftigen Argulakirche festzuhalten, sondern die kirchliche Arbeit zu verlegen, fand Anerkennung bei Bedford-Strohm, der sagte: „Diesen Geist der Veränderung muss man ernst nehmen.“

Heinrich Bedform-Strohm
Der Landesbischof bei seiner Predigt. Foto: Petra Kurbjuhn

Bei der Selbstbesinnung müsse man sich an dem Mann orientieren, der vor 2000 Jahren auf einem Esel in Jerusalem einritt. „Er ist so anders als alle Könige.“ Diese seien reich und schön, ihre Pracht unterstreiche ihre Bedeutung. Und wir würden unsere Sehnsucht nach Reichtum auf diese Menschen projizieren. Dieser Jesus aber auf dem Esel habe alles auf den Kopf gestellt und doch die Menschen tief berührt.

Weil er Gewalt nicht mit Gegengewalt beantwortet habe, sondern mit „Liebe deine Feinde“, weil er ein Anwalt der Armen war und Traurige und Kranke tröstete. „Er hat alle Werte umgedreht, statt materiellen Reichtum verkündete er den Reichtum der Seele.“ Und so dürften wir auch heute noch Hosiannah, also Hilf doch! rufen. Jesus könne die Probleme nicht wegzaubern, aber zeigen, wie man damit umgeht. Die Basis dafür sei, dass Liebe in unsere Herzen einziehe. An Jesus, der Quelle des Lebens, müssten sich die Menschen neu ausrichten.

Friedensappell an Trump

Wie nötig das ist, betonte Pfarrer Erwin Sergel mit seinem Bericht aus der Partnergemeinde Ramallah, wo die Lage sehr ernst sei. Alle christlichen Konfessionen Jerusalems hätten einen gemeinsamen Friedensappell an US-Präsident Trump geschickt. Hoffnung gebe die School of Hope, in der Christen und Muslime gemeinsam unterrichtet würden.

Zum gemeinsamen Abendmahl aller Christen luden der Landesbischof, Dekan Martin Steinbach, Pfarrerinnen Anika Sergel-Kohls und Melanie Striebeck, Pfarrer Erwin Sergel und Vikarin Marie-Christin Noller die Gläubigen ein. Mit dem Segen und einem Händedruck für alle Gläubigen von Bedford-Strohm endete der Gottesdienst, aber im Gemeindesaal gab es noch Begegnungen beim Kaffee und Tee. Und letztlich schrieb sich der prominente Gast in die Gästebücher der Stadt Miesbach und Hausham ein.

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