Geballte Stärke

Cornelia Hammans: Aufbruch

Cornelia Hammans: Aufbruch. Foto: privat

Neue Skulpturenreihe in Waakirchen

„Aufbruch“ könnte man die neue Skulpturenreihe nennen, die die Bildhauerin Cornelia Hammans gerade fertigt. Zwei Figuren liegen schon als Bronzeguss vor, eine große Stele wartet auf den Guss. Damit geht die Künstlerin völlig neue Wege.

Cornelia Hammans war über viele Jahre bekannt für ihre weiblichen Akte. Ihre drei tanzenden Frauen, die sie „Die Leichtigkeit des Seins“ nennt, stehen in ihrem Garten. Sie warten noch auf einen geeigneten Aufstellungsort. Von den realistischen Figuren ging sie später hin zu immer größerer Abstraktion. Letztlich drückten die Skulpturen, noch immer weibliche Akte, ein Gefühl aus, wie beispielsweise ihre große Schreitende, die sie „Die Entscheidung“ nannte.

In einem weiteren Schritt war der menschliche Körper nur noch zu ahnen, die Künstlerin nannte ihre Werke „Bewegung“ oder „Welle“ oder „Energie. Jetzt aber trennte sich sie vollständig vom Menschen und wandte sich der Natur zu.

Geballte Faust

„Ich hatte das Bedürfnis, nicht mehr den weiblichen Körper oder eine seelische Verfassung darzustellen, sondern die enorme Widerstandskraft der Natur“, erklärt sie in ihrem Atelier, wo mehrere geformte Arbeiten aus dieser Serie stehen. Zunächst erinnert die Form an eine geballte Faust. Schaut man genauer hin, dann sieht man sich öffnende Knospen, in unterschiedlichen Stadien.

„Die Natur ist die Stärkere von uns“, meint Cornelia Hammans, „sie bricht immer wieder aus sich selbst heraus, auch wenn wir sie völlig zurückschneiden oder platt walzen, sie kommt auch durch Ritzen im Asphalt durch.“

Die Faust sei für sie das Symbol der geballten Kraft, der Stärke der Natur, die nicht klein zu kriegen ist. Die Künstlerin schränkt ein: „Natürlich kann der Mensch die Natur vernichten, aber dann vernichtet er sich selbst.“ So aber wie der Mensch derzeit mit der Natur umgehe, sie stutze und zurückdränge, wehre sie sich mit ihrer ihr innewohnenden Kraft.

Er lässt sich nicht unterkriegen

„Wir schneiden bei der Weide alle Triebe ab, um daraus Körbe flechten zu können. Der Baum ist völlig kahl und dann treibt er wieder aus. Er lässt sich nicht unterkriegen“. Diesen Prozess wolle sie mit ihren Skulpturen deutlich machen. Wir drehen die Bronze nach allen Seiten und sehen den Aufbruch, die sich Luft schaffende Kraft der Natur.

Und dann landen wir doch wieder beim Menschen, denn Cornelia Hammans sinniert: „Wenn man uns verbal klein macht, dann stärkt uns das und wir brechen auf.“ Nicht immer, wende ich ein, mancher zerbricht auch und nimmt Schaden für das Leben. Lernen wir also von der Natur, die lässt sich nicht zerbrechen, ist unser Fazit. Ein guter Vorsatz für das Neue Jahr!

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