Die CubaBoarischen reißen Publikum von den Sitzen

Die Cubaboarischen

Due Cubaboarischen im Festsaal des KULTUR imOberbräu. Foto: Petra Kurbjuhn

Zur Saisoneröffnung am Sonntag hatte das KULTUR im Oberbräu eine Formation eingeladen, die schon Kultstatus hat: Die CubaBoarischen. Und so war der Festsaal restlos ausverkauft und schon beim ersten Stück tobte das Publikum.

Von hinten marschierten die Mannen um Hubert Meixner herein, schön bairisch die Blasmusik und schön bairisch die Kleidung. Nicht ganz, denn Panamahut und schwarzweiße Budapester passen nicht so recht zum Trachtengilet und so ahnt also auch der Nochnicht-Fan, dass die Musiker wohl nicht nur reine bairische Volksmusik zum besten geben werden.

Die Cubaboarischen
Leo Meixner, Bandleader Hubert Meixner und Sepp Rottmayr. Foto: Petra Kurbjuhn

Der Name ist Programm, die CubaBoarischen verbinden ihre Leidenschaft für Salsarhythmen mit den Rhythmen der bayerischen Heimat. Und so schwappt ganz schnell Karibikfeeling in den Festsaal, das Publikum wippt und klatscht und lässt sich von der guten Laune der Musiker anstecken. Das kubanische Lebensgefühl ist es, was die sieben Mannen über den Ozean herüber holen wollen. Und es gelingt. Da ist viel Authentizität dabei, denn die Band reist alljährlich nach Kuba, um neue Stücke kennen zu lernen und den Rhythmus zu verinnerlichen.

Professionelle Musiker

Und so wirkt es ganz natürlich, dass schon bei der Begrüßung gesungen wird: „Bienvenidos, Servas und Grüß Gott beinand“. Das Faszinierende an der Band ist, dass das nicht nur Vollblutmusiker, sondern professionelle Beherrscher mehrerer Instrumente sind. Da wechselt der Hans von der Klarinette zum Saxophon zur Trommel, der Leo von der Trommel zur Trompete zum Akkordeon, der Andi von der Gitarre zur Klarinette, usw.

Die Cubaboarischen
Leo Meixner. Foto: Petra Kurbjuhn

Aber es wechseln nicht nur die Instrumente, es wechselt auch permanent das Genre. So spielen die Musiker auch flott einen altbairischen Galopp aus dem Archiv für Volksmusik dazwischen und in Viererkombination ein altbairisches Couplet „Die Brautschau“. Und dann singt der Leo mit seinem wandlungsfähigen Tenor das Lied vom Kräuterverkäufer in Kuba, um abrupt zur Kräuterhexe im Zillertal zu wechseln. Hingebungsvoll danach in der Bachada, einem Liebeslied. Das könne der Leo am besten, sagt Andi.

Verschmelzen der Rhythmen

Neben der mitreißenden Musik kommt der Zuhörer in den Genuss von Neuigkeiten aus Kuba. Er erfährt, dass die älteste Stadt Barachoa erst seit kurzem per Straße erreichbar ist und so passt das kubanische Lied über die Stadt ganz prächtig zum bairischen Lied: „Der Weg zu meinem Dirndl ist steinig“. Flugs verschmelzen die beiden Rhythmen, ohne dass der Zuhörer einen Bruch bemerkt. Alles ganz harmonisch. Harmonisch auch, wenn aus dem Dreivierteltakt des Walzers „Schwiegermutter tanz amol“ der Viervierteltakt von Salsa wird.

Die Cubaboarischen
Hans Förg. Foto: Monika Ziegler

Der Hansi sei mit Leib und Seele Volksmusikant, erzählt Andi und so schmuggelt der großartige Klarinettist immer wieder bairische traditionelle Melodien in die Kubarhythmen hinein. Herrlich schräg klingt das und das Publikum bedankt sich mit tosendem Applaus. Inzwischen können mehrere Zuhörer nicht mehr sitzen, sondern tanzen in den freien Ecken des Saales mit.

Die Cubaboarischen
Das Publikum reisst es von den Sitzen. Foto: Petra Kurbjuhn

Andere schauen trotz des mitreißenden Konzertes immer mal wieder ins Handy um die Wahlergebnisse abzufragen. Und so kommt bei der Nachricht, dass die AfD drittstärkste Kraft im Lande ist, das Stück „Ist die Welt auch noch so schön, einmal muss sie untergehn“ ein bisschen passend makaber zur rechten Zeit.

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Sepp Rottmayr. Foto: Petra Kurbjuhn

Natürlich muss das „Rehragout“ gespielt werden, der Klassiker, und dann begeistern noch einmal Leo mit einem Trommelsolo, Hans mit einem Klarinettensolo und Sepp mit einem Gitarrensolo. Perfekt. Und frenetischer Applaus des Publikums, das die Band natürlich nicht ohne Zugaben ziehen lässt. Übrigens, aus dem Nochnicht-Fan wurde an diesem Abend ein Fan der Cubaboarischen.

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