Kreative Provinz: Größtes Design-Event hat eine Partnerregion

Sabine Unger und Nina Shell (beide Munich Creative Business Week), Alexander Schmid und Ingrid Wildemann-Dominguez (SMG)

Sabine Unger und Nina Shell (MCBW), Alexander Schmid und Ingrid Wildemann-Dominguez (SMG), v.l. Foto: Ines Wagner

Designmesse in München und Landkreis Miesbach

Das größte deutsche Design-Event, die Munich Creative Business Week (MCBW), jährt sich bereits zum sechsten Mal. Erstmalig gibt es nicht nur eine Länder-, sondern auch eine Regionalpartnerschaft – mit dem Landkreis Miesbach. Und das hat einen überzeugenden Grund.

Ab 4. März wird ganz München neun Tage lang das Thema „Design“ leben. An den verschiedensten Plätzen der Metropole gibt es zur Munich Creative Business Week Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Symposien, Möglichkeiten zum Vernetzen und natürlich die Verleihung des Design Awards. Vom Fachpublikum bis zum Designinteressierten wird ein breites Spektrum bedient. „Design connects – the smart revolution“ ist das Motto.

Sabine Unger, Leiterin der MCBW und Nina Shell, Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit staunten nicht schlecht, als Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standortmarketinggesellschaft Miesbach, an sie herantrat. Schmids Idee: „Es gibt ein Partnerland (diesjährig Korea), warum nicht auch eine Partnerregion?“ Denn, so sein Argument, auf jeder Postkarte Münchens sehe man im Hintergrund auch die Berge. Die Stadt München verbinde man also, anders als Hamburg oder Berlin, immer auch mit dem Umland. Erst das mache die „Metropolregion München“ aus.

Hohes Kreativpotential im Miesbacher Oberland

Die Munich Creative Business Week war bei genauerem Hinsehen schnell überzeugt: „Da tat sich eine ganze Wundertüte auf“, sagte Sabine Unger gestern auf der Pressekonferenz in Miesbach. Das Oberland ist, anders als die restlichen Regionen rund um München, hervorragend aufgestellt im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft. Hier gibt die gleiche Fülle an Potential wie in der Stadt, von kleinen Agenturen und Ladengeschäften bis zu großen Firmen. Zudem sind gute Strukturen vorhanden, die Kreativschaffenden eine Plattform für ihre Arbeit bieten.

Flyer der Partnerregion der Munich Creative Business Week mit „Oberländer“

Flyer der Partnerregion mit „Oberländer“. Repro: SMG

Jenseits der typischen Slogans wie „Laptop und Lederhosen“, so hebt die SMG hervor, hat sich in den vergangenen Jahren im Landkreis eine bemerkenswerte Designszene etabliert. Von alteingesessenen Unternehmen wie der Gmunder Papierfabrik bis zu erfolgreichen Startups wie dem Magazin „Fasson“ von Mathias Leidgschwendner.

Kreativbranche verjüngt die Region

Auch die beiden Co-Working Areas COWORKEREI in Gmund und Stadtplatz 10.0 in Miesbach sind Initiativen, die kreative Freiberufler aus der Metropole ins Grüne locken. Stadt und Land könnten so gut voneinander profitieren. In der Kreativbranche ist eine hohe Wertschöpfung auf kleiner Fläche möglich. Außerdem verjüngt die Kreativbranche die demografische Struktur der Region – ein wichtiger Faktor für die Zukunft.

Ingrid Wildemann, Regionalmanagerin der SMG, stellte auf der Pressekonferenz den „Oberländer“ vor, der symbolisch steht für die Verbindung von Stadt und Land: Tradition und Innovation. So sieht die SMG die Kreativszene auf dem Land – wertschätzend der Tradition verpflichtet und zugleich „global players“ der internationalen Designszene.

Ingrid Wildemann stellt bei der Pressekonferenz der SMG mit der Munich Creative Business Week den „Oberländer“ vor: Tradition und Smart Brands
Ingrid Wildemann stellt den „Oberländer“ vor: Tradition und Smart Brands. Foto: Ines Wagner

Innerhalb des Design-Events finden drei Veranstaltungen mit der Partnerregion statt. Zwei davon in München: Die Podiumsdiskussion „design connects. StadtLand“ und die „Creative Teatime“ mit dem Thema „Smart Brands“. Dabei stellen Visionäre aus dem Oberland beispielhaft ihre Designphilosophie vor.

Symposium: Wie kreativ ist die Provinz?

Der Highlight der Kooperation mit der Partnerregion ist das Tagessymposium „MCBW meets MB“ am 11. März in der Büttenpapierfabrik in Gmund. Eingeladen ist ein breites Publikum, dass sich für Kreativität, Design, Gestaltung und Innovation interessiert. Einen Tag lang gibt es Vorträge zur kreativen Wechselwirkung zwischen Stadt und Land, beispielsweise von Schliersees Snowboard Legende Peter Bauer und Christoph Böninger, Gründer des Möbelherstellers AUERBERG in Fischbachau. Die Besichtigung der Büttenpapierfabrik steht ebenso auf dem Programm wie ein anschließender Kreativ-Workshop.


Flyer der Partnerregion und ihrer Partner: z.B. Büttenpapierfabrik Gmund. Foto: Ines Wagner

Alexander Schmid hat nicht nur das Miesbacher Oberland als Partnerregion etabliert und den Fokus auf das kreative Potential des Standortes außerhalb der Stadt gelenkt. Er hat gleich einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben. Sein langfristiges Ziel ist es, noch mehr Kreative aufs Land zu locken und ihnen hier einen Raum zur Entwicklung ihrer Visionen zu geben. Eventuell sogar könne sich ein Kreativquartier wie in München in der Dachauer Strasse entwickeln. Damit legt er die Latte hoch, aber durchaus nicht in unerreichbare Höhe.

Detaillierte Informationen zu den drei Veranstaltungen der Regionalpartnerschaft finden Sie im Flyer der SMG und im Programm des Symposiums in der Büttenpapierfabrik Gmund.

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