Crowdfunding – „Viele schaffen mehr“

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Ursula Lippkau und Sepp Brugger in „Rumpelhanni“. Foto: Isabella Krobisch

Neues Projekt der Raiffeisenbank im Oberland eG

Dieses Grundprinzip der Genossenschaftsbanken hat jetzt die Raiffeisenbank im Oberland eG praktisch umgesetzt. Über ihr neues Engagement will sie Vereine der Region fördern. Ein Projekt ist die Aufführung der „Rumpelhanni“ anlässlich 100 Jahre Stadterhebung Miesbach.

Die Idee ist einfach: Viele Menschen spenden eine kleine Summe für ein sinnvolles Projekt. Dazu stellt die Raiffeisenbank eine Plattform zur Verfügung. Vorstandvorsitzender Huber Stehr erläuterte gestern das Prinzip. Ein Verein beantragt die Aufnahme seines Projektes in das Crowdfunding der Bank. Dann müssen sich Fans finden, die damit Dokumentieren, dass sie das Projekt unterstützen.

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Vorstandsvorsitzender Hubert Stehr. Foto: Monika Ziegler

Erst wenn die entsprechende Unterstützermenge in Abhängigkeit vom finanziellen Umfang gesichert ist, geht es in die Finanzierungsphase, bei dem sich die Fans mit einem bestimmten Betrag einbringen. Wenn eine bestimmte Summe erreicht ist, bezuschusst die Raiffeisenbank durch zusätzliche Spendengelder. Insgesamt, so Stehr habe man dafür 20 000 Euro vorgesehen, pro Projekt bis maximal 2.500 Euro. Den Spendentopf füllt die Bank aus Reinertragsmitteln aus dem Gewinnsparen.

Idee in die Wiege gelegt

„Die Idee wurde uns von unseren Gründern in die Wiege gelegt“, betonte Hubert Stehr. Jetzt könne man sie mit den modernen Medien umsetzen. Das Besondere sei, dass man Projekte aus der Region mit Menschen aus der Region unterstützen wolle.

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Tobias Schreiner (Rektor Realschule Tegernseer Tal), Rita Haimerl (1. Vorsitzende Förderverein Realschule Tegernseer Tal), Franz Öttl (Vorstand SV Waakirchen-Marienstein 1904), Tanja Volpert (Projektleitung Crowdfunding Raiffeisenbank im Oberland), Hubert Stehr (Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank im Oberland), Helga Vogt (Leitung PR/Öffentlichkeitsarbeit Raiffeisenbank im Oberland) Walter Kohlhauf (Regisseur Projekt Rumplhanni), Anton Auer (Förderverein Renovierung Feldmannkapelle), Max Kalup (stv. Leiter Kulturamt Miesbach) v.l.. Foto: Monika Ziegler

Beim gestrigen Pressetermin wurden die ersten drei Projekte, die bereits auf der Homepage der Bank um Unterstützer bitten, vorgestellt. Drei weitere betreffen den Raum Bad Tölz, der durch die Fusionierung der beiden Banken dazukam.

Beachtliche Fanzahlen

Tanja Volpert und Helga Vogt von der Raiffeisenbank im Oberland sind für das Crowdfunding verantwortlich. Sie berichten, dass einige Projekte schon ordentliche Fanzahlen aufweisen können. „Wenn die Idee zündet, dann kann man auch andere Menschen begeistern“, erklärt Helga Vogt. Und Tania Volpert ergänzt: „Die Fanphase dauert zwei Wochen, die anschließende Finanzierungsphase 90 Tage.“

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Projektverantwortliche Tania Volpert und Helga Vogt. Foto: Monika Ziegler

Das erste Projekt betrifft die Anschaffung neuer Tablets für die Realschule Tegernseer Tal. Schulleiter Tobias Schreiner erklärt, dass der Landkreis als Sachaufwandsträger die Schule mit neuen Medien gut ausgestattet habe, aber man wolle mit mobilen Geräten ergänzen. Rita Haimerl vom Förderverein meint, dass es ein Ansporn für die Eltern sei, hier ihr Geld gezielt für die eigenen Kinder auszugeben. Als Zuckerl erhält jeder Spender, der mehr als 50 Euro einbringt, eine Doppelstunde Unterricht am Tablet.

Der SV Waakirchen-Marienstein 1904 hat mit 54 Fans die notwendige Hürde von 50 bereits überschritten. Hier geht es, wie Projektleiter Franz Öttl berichtet, um die Anschaffung eines Vereinsbusses, der Eltern, Trainer und die Vereinskasse entlasten soll.

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„Rumpelhanni“: Regisseur Walter Kohlhauf, Frank Hartmann, Paul Martin (Wirt Ödenhuber), Klaus Ruml (Metzger vom Martlbräu), Simona Eckl, Ursula Lippkau, Sepp Brugger, Matthias Kanzler(v.l.). Foto: Isabella Krobisch

Als kulturellen Beitrag stellte Regisseur Walter Kohlhauf das Gemeinschaftsschaftsprojekt des Kulturamtes der Stadt Miesbach und des Trachtenvereins vor. Die Stadt Miesbach feiert heuer 100 Jahre Stadterhebung. Dazu wird im Freilichttheater am Waitzinger Keller „Rumpelhanni“ von Traudl Bogenhauser nach dem Roman von Lena Christ aufgeführt.

Wie vor 100 Jahren

„Damit werden die gesellschaftlichen Gegebenheiten vor 100 Jahren dargestellt“, sagte Kohlhauf. Das Stück sei nahe am Geschehen und könne die Zuschauer tief berühren. Mit 20 Sprechrollen und zahlreichen Statisten haben bereits die Proben begonnen, Premiere ist am 13. Juli. Für die aufwendige Bühnenarbeit benötige man eine Summe von 5 000 Euro.

Ein neues Projekt, der Ausbau der neu aufgebauten Feldmann-Kapelle in Riedern, wurde von Anton Auer, Vorsitzender des Fördervereins, vorgestellt und steht kurz vor Aufnahme, weitere Projekte sind auf der Warteliste.

Auch weitere Projekte willkommen

Dennoch, so betonte Hubert Stehr, können auch neue Projekte von Vereinen eingereicht werden. Auf der Homepage findet man alle nötigen Informationen. Im Gremium werde dann entschieden, ob das Projekt Chancen hat, die Finanzierung zu erreichen. Wenn das einmal nicht der Fall sein sollte, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück.

Seinen Dank an die Raiffeisenbank drückte Max Kalup, Stellvertretender Leiter des Kulturamtes der Stadt Miesbach, sicher im Namen aller Projektbeauftragten so aus: „Dass mit dieser Plattform im kommunalen Raum lokal viele Menschen erreicht werden, das ist eine tolle Geschichte.“

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