Stimme aus Zimt und Honig

Caedée: Kerstin Dietrich und Andrés Schwarzer

Caedée: Kerstin Dietrich und Andrés Schwarzer. Foto: Ines Wagner

Konzert in Bayrischzell

Kein Wunder, dass sie schon zum zweiten Mal am Tannerhof eingeladen waren: Caedée aus München als Trio mit femininen Gesang, klassischer Gitarre und spanischer Cajon. Ein verzaubernder Chansonabend unterm großen Tannerhofmond.

Alles passt: Die Vorfreude passt, die Kälte draußen, das Feuer im Kaminzimmer, die warme Beleuchtung der vier roten Stehlampen in der Alten Tenn am Tannerhof. Und die riesige rote Kugellampe über den Köpfen der Gäste passt auch. Man kann sich genauso gut einen lauen Sommerabend unterm Apfelbaum vorstellen, an dem diese Stimme samtweich singt. Aber Winter passt besser: Honig und Zimt scheinen in ihr zu liegen. „Zimt und Honig“ ist auch der Titel eines der eigenen Songs von Caedée.

Jazzsängerin Kerstin Dietrich von Caedée - sinnlicher Dreamjazz
Caedée – Jazzsängerin Kerstin Dietrich. Foto: Ines Wagner

Caedée, das sind die Münchener Jazzsängerin Kerstin Dietrich und der venezolanischer Gitarrist Andrés Schwarzer, die seit 2014 gemeinsam musikalisch unterwegs sind. Bei einem so spannenden kulturellen Mix musste zwangsgleich eine spannungsreiche rhythmische Mischung entstehen. Es klappte auf Anhieb. Irgendwann bemerkten sie, dass ein spanisches Cajon noch gut dazu passen würde. Seitdem sind sie als Trio unterwegs. Beim Konzert am Tannerhof hatten sie den Percussionisten Boris van Johnson dabei.

Mit müheloser Leichtigkeit, feminin und verspielt wandelt Caedée zwischen französischen, spanischen und deutschen Songs. Eigenes und Coverversionen vermischen sich zu einer luftigen Mélange aus Chansons, Latin Jazz, Swing und Pop-Perlen.

Das Publikum lauscht gebannt der Stimme von Jazzsängerin Kerstin Dietrich von Caedée am Tannerhof auf der Alten Tenn
Das Publikum lauscht gebannt der Stimme von Jazzsängerin Kerstin Dietrich von Caedée am Tannerhof. Foto: Ines Wagner

Sanft nahm Kerstin Dietrich ihr Publikum an der Hand und führte es spielerisch durch Erinnerungen, Träume, unbezwingbare Leidenschaften, treue und treulose Seelen, kurzum: Die Liebe in all ihren Facetten. Virtuos und fingerfertig, mit großer Spielleidenschaft ließ Andrés Schwarzer bezaubernde Soli erklingen, um gleich danach wieder mit den Saiten die Stimme der Sängerin zu umschmeicheln.

Caedée – Frech wie Zaz

Was passt noch zu französischen Chansons, Gitarre und Cajon? Richtig: ein Kazoo. Frech und fröhlich à la Zaz nahm Kerstin Dietrich das Kazoo an die Lippen und zuckte keck die Schultern: „Das Instrument, das man auch ohne Studium spielen kann“. Ihre Unbefangenheit und die Wohnzimmeratmosphäre am Tannerhof ließen eine große Behaglichkeit aufkommen. „Fliegen Sie mit uns zu den Sternen“, war die Aufforderung, der die Gäste willig folgten. Im Facettenreichtum ihrer Stimme zu schwelgen fiel nicht schwer.

Kleine Kostprobe gefällig?

Caedée beim Konzert am Tannerhof 2015:

Auch die heißgeliebten Klassiker fehlten nicht auf dieser sinnlich-amourösen, musikalischen Reise, wie der berühmte Mambo „¿Quién será?“ von Dean Martin.

Caedée verzauberten mit einer rasanten Version, bei der das Cajon ebenfalls voll zum Einsatz kam. Auch bei Stephen Sondheims Musicalsong „Girls of summer“ waren Caedée vollkommen eins mit sich und im Flow. Den Sommer vermisste an dem Abend niemand. Gerade die Kälte draußen und die Behaglichkeit drinnen machten den Reiz aus. Zum Schluss noch ein bisschen Zaz – und als Zugabe „Can anybody find me someone to love“ – in einer zauberhaft leichten Jazzversion. Caedée bleibt sicher noch eine Weile ein Ohrwurm.

Weitere Veranstaltungen unseres Kulturpartners Tannerhof finden Sie auf deren Website.

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