Bliss und was Mann schafft

Bliss

Bliss: Tom Baumann, Claudio Tolfo, Lukas Hobi, Matthias Arn, Viktor Szlovak (v.l.) . Foto: Petra Kurbjuhn

Konzert in Holzkirchen

„Mannschaft“ oder was Mann schafft? Das fünfköpfige Ensemble „Bliss“ aus der Schweiz riss im ausverkauften Festsaal des KULTUR im Oberbräu das vornehmlich weibliche Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Warum?

Waren die Damen wegen des Plakats gekommen? Darauf zeigen sich die Schweizer Mannen recht knapp bekleidet, dafür mit den männlichen Symbolen ausgestattet, Fußball, Bier, Bohrmaschine, Zigarre. Oder waren sie vor einem Jahr schon bei dem umjubelten Konzert dabei? Dann wussten sie, dass Bliss mit einer perfekten Bühnenshow aufwartet.

Bliss – im Musical daheim

Ganz egal, welche Musiktitel sie auswählen, sie überzeugen durch fantastischen Gesang, durch eine ausgefeilte Choreografie, die verrät, dass die Sänger im Musical daheim sind, und durch ihre stetige Präsenz in Kommunikation mit dem Publikum.

Und so beginnt der Abend mit einer Hymne an Holzkirchen, „hier scheint die Sonne am längsten, ihr seid die Schönsten“ hatten sie am Nachmittag gereimt. Der Stammtisch in der Alten Post und Bürgermeister Olaf von Löwis wurden gewürdigt und auch, dass die gelungenen Plakate überall in dem „schönen Städtchen“ zu sehen seien. Aber kaum eine Hand rührte sich, als die Frage kam: „Wer ist wegen das Plakats da?“ Wäre auch enttäuschend, denn nur Tom wirft kurzzeitig elegant sein Hemd vom Leib.

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Tom, Lukas, Claudio (v.l.). Foto: Petra Kurbjuhn

Die Textbeiträge zwischen den mitreißenden Musiktiteln befassten sich also mit dem Mannsein, natürlich seinem besten Freund, für den man zahlreiche bekannte Begriffe und Wortneuschöpfungen fand. Aber auch mit dem Bekenntnis, ob gelogen oder nicht sei dahingestellt: „Frauen sind das Beste, was uns Männern passieren kann.“

Der perfekte Mann – verkauft von Bliss

Das Biertragl gehörte ebenso auf die Bühne wie die Versteigerung des schönen Matthias, der perfekte Mann, Handarbeit, mit Zahnpastareklamestrahlen, zu einem sensationellen Preis und wundersamen Eigenschaften: „trinkt nicht, raucht nicht und redet nur, wenn er gefragt wird, aber er kann zuhören.“ Das Angebot Viktor indes, des Ladenhüters, das Billigprodukt aus dem Osten, geriet zur köstlichen Persiflage auf Klischees.

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Viktor aus dem Osten. Foto: Petra Kurbjuhn

Mit dem Vorurteil, dass Männer nicht über Gefühle reden können, räumten die fünf Schweizer gründlich auf. Ein jeder entzog sich dem Sprechen auf seine Weise, einer trank Bier, einer säuberte sich die Fingernägel und reinigte sogar aus Verzweiflung seine Schuhe.

Eingestreut immer wieder auch Wissenswertes im Format der „Sendung mit der Maus“: „Sei’s Holzkirchen oder Leverkusen, der Mann steht auf große Autos.“ Oder die klare Antwort auf die Frage was Mann von Frauenfußball halte: „Finde ich beides gut.“

Bliss bietet perfekte Show

Der Zuhörer weiß bei dem Tempo der Darbietung gar nicht, was er besser finden soll: die Textbeiträge oder Musikeinlagen. Letztere reißen das Publikum nahezu von den Sitzen. Mal meint man, die Comedian Harmonists seien reinkarniert, dann wieder scheint es, dass eine Hüften schwingende Boygroup à la Back Street Boys auf der Bühne steht oder auch die „Prinzen“ mit ihrem lupenreinen Thomanerchorgesang. Alles das vereint „Bliss“ zu einer Show, die einfach nur perfekt genannt werden kann.

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Lukas oder Freddy Mercury? Foto: Petra Kurbjuhn

Einen besonderen Höhepunkt in der Show liefert Lukas als Abbild von Freddy Mercury. Mit Frisur, Oberlippenbart und Gestik optisch, aber mit der Stimme auch akustisch meint man, der Queenssänger sei zurückgekehrt.

Das Quintett hat nicht nur perfekt arrangierte Coverversionen bekannter Poptitel mitgebracht, sondern überrascht auch mit eigenen Stücken mit deutschen Texten, wobei es auch einmal soft und balladig zugehen darf.

Und zum Schluss dann eine köstliche Hymne an das weibliche Geschlecht. Mann schafft es, als Frau zu überzeugen. „I wanna be loved by you“ mit kokettem Blick über die Schulter wie weiland Marylin und beim Cancan fliegen die Beine nur so in die Höhe. Das Publikum im KULTUR im Oberbräu dankte mit Standing Ovations, verdient.

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