Funk und Soul mit Herz und Verstand

Lidwine Reustle, Veronika Bittenbinder, Tobias Kern, Michael Salvermoser (v.l.)

Funky Bittenbinder: Lidwine Reustle, Veronika Bittenbinder, Tobias Kern, Michael Salvermoser (v.l.). Foto: Ines Wagner

Konzert in Holzkirchen

Das Debütalbum der jungen Münchener Funk- und Soulband Bittenbinder heißt „Da sind wir“. Frisch, lebendig und tiefgründig war auch das Holzkirchener Konzert. Nicht umsonst sind sie in aller Munde.

Es war ein Experiment, das gelang. Eine sehr junge Band aus München spielte Funk- und Soulmusik im FoolsTheater – und riss die Leute in bester Laune von den Sitzplätzen. Das lag nicht nur an Vollblutmusikerin Veronika Bittenbinder, die sich mit ihrer authentischen Präsenz und markanter Stimme ins Herz der Zuhörer sang und rappte.

Bekannt wie Bittenbinder

Es war die Bühnenpräsenz aller Bandmitglieder, ihr freundschaftliches Verhältnis, der Zusammenhalt, der gemeinsame Spaß und die Themen, um die sie miteinander kreisen. Moment mal, Bittenbinder, der Name klingt bekannt? Freilich. Schauspielerin Johanna Bittenbinder ist die Mutter Veronikas und der Vater Heinz-Josef Braun ist kein Unbekannter. Der Kabarettist machte sich auch als Musiker bei Haindling einen Namen. Und mit Mutter Johanna stand Tochter Veronika bereits erfolgreich in Holzkirchen auf der Bühne.

Timothee Mille, René Haderer, Lidwine Reustle, Veronika Bittenbinder (v.l.). sind Bittenbinder
Timothee Mille, René Haderer, Lidwine Reustle, Veronika Bittenbinder (v.l.). Foto: Ines Wagner

Diesmal war sie als Septett angereist. Und eigentlich ging es, wenn schon, dann um Opa Bittenbinder. Denn als Hommage an ihn versteht sich der Bandname. „Mein Opa kam aus Rumänien“, erzählte die Frontfrau nicht ohne Stolz. Von ihm habe sie Kampfgeist, Durchhaltevermögen und Zusammenhalt gelernt. Und er wäre bestimmt stolz, wenn eine bayerische Band nun seinen Namen trage.

Flüchtlingsthematik wichtig

Zusammenhalt steht ganz oben bei Bittenbinder und in ihrem persönlichen Umfeld. Viele Freunde der Frontsängerin kommen aus aller Welt, daher ist die Flüchtlingsthematik ein wichtiges Thema, das sich in den Songs niederschlägt. Diese textet und komponiert die Vroni Bittenbinder selbst. Sie sind mal witzig und frech, dann wieder nachdenklich und immer tiefgründig.

Inspiriert von alter Soul- und Funkmusik, mixt sie einen frischen Musikcocktail, indem sie moderne Hiphop-Elemente und eine Prise Jazz hinzugibt und mit frech-fröhlichem Rap bricht. Unterstützt wird sie von der Soulstimme Lidwine Reustles. Michael Salvermoser an der Trompete, Saxophonist Tobias Kern, Timothee Mille am Keyboard, René Haderer am Bass und der Drummer Marius Lazar komplettieren die Münchener Funk- und Soulband.

„Schön, dass du hier bist“

Deren authentische Frische, gepaart mit Tiefgang und Humor, war der Türöffner zum Publikum. Und natürlich die groovigen Rhythmen. Nachdenkliche Balladen waren darunter wie „Unsere Reise“. „Freiheit“ widmete sich dem Flüchtlingsthema. Bittenbinder sendet eindeutige Botschaften: „Aus welchem Land du auch kommst und wer du auch bist – schön, dass du hier bist“.

Bittenbinder – glücklich am Konzertende: Wir sind Bittenbinder
Bittenbinder – Zusammenhalt, Freundschaft, Spaß. Foto: Ines Wagner

Freiheit und eigene Rechte müssen manchmal auch verteidigt werden. Beispielhaft dafür steht der Hip-Hop-Song „Dort wo die Sonne nicht hinscheint“ („… und damit ist nicht London gemeint“). Bittenbinder ist eine spritzige Variante gelungen, einfach mal deutlich „Leck mich doch am…“ zu sagen – dort wo die Freiheit eingeschnitten und gegängelt wird. Und weil es zwar witzig, aber kein Spaß ist, passen die Rap-Einlagen der Frontfrau so gut dazu. Vor allem haben die sieben jungen Musiker viel Spaß miteinander. Sie nennen auch sperrige Themen beim Namen und lassen sich nicht verbiegen.

Raffael Luto mit tiefgründiger Poesie

Raffael Luto.
Raffael Luto. Foto: Ines Wagner

Auch Singer-Songwriter Raffael Luto aus München, der als Vorband mit seiner Gitarre den Abend einleitete, berührte das Publikum anhand seiner Lieder mit Tiefgang. Über die persönliche Wüste, die jeder zu durchqueren hat bis zur Erinnerung, dass es ein wundervolles Leben ist, das uns gegeben wurde.

Nachdenklich, poetisch und philosophisch begann das Konzert. Mit einer Hymne an Freundschaft, Gemeinschaft und Zusammenhalt endete es. „Bittenbinder ist viel mehr als nur ein Song, das ist liebe Familie“, und „jeder, der hier ist, ist jetzt Teil von der Crew“. Da stand und groovte die begeisterte Publikum natürlich längst und wollte die Band nicht ohne Zugaben gehen lassen. „Dass es solche jungen Künstler gibt, macht Mut“, meinte Ingrid Huber, Chefin des KULTUR im Oberbräu Holzkirchen. Und vermutlich ging jeder beschwingt und auch ein Stück reicher nach Hause.

Cover des ersten Bittenbinder-Albums "Da sind wir"
Cover: „Da sind wir“. Foto: Bittenbinder

Die CD „Da sind wir“ und weitere Infos zur Band finden Sie auf der Website von Bittenbinder. Johanna Bittenbinder und Heinz-Josef Braun können Sie am 4. April auf der Kleinkunstbühne Waakirchen erleben mit  „Um a Fünferl a Durchanand“.

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