Hans Christian Andersen und Olaf Gulbransson

aus dem Buch „Märchen von Andersen“ mit Zeichnungen von Olaf Gulbransson

aus dem Buch „Märchen von Andersen“ mit Zeichnungen von Olaf Gulbransson. Foto: KN

Buchempfehlung der Redaktion

Endlich gibt es eine Neuauflage der fantasievollen Märchen Hans Christian Andersens mit feinfühligen Illustrationen Olaf Gulbranssons aus dem Jahr 1927. Parallel zur Kinderbuchausstellung „Da bin ich“ im Olaf Gulbransson Museum erschien jetzt das Buch.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Mädchen mit den Schwefelhölzern? Oder das Kleine Däumelieschen? Des Kaisern neue Kleider und das hässliche junge Entlein? Als der Verleger Bruno Cassirer im Jahr 1927 eine bibliophile Ausgabe von fünf ausgewählten Märchen Andersens plante, kam für ihn kein Anderer als Olaf Gulbransson in Frage – mit seinem feinfühligen und zugleich humorvollen Strich.

Olaf Gulbransson: subtiler Zeichner

Cassier spürte die Seelenverwandtschaft des phantasievollen Dänen und des eigenwilligen Norwegers. Beide kraftvoll und sensibel, in ihrer Kunst von kindlicher Naivität und feinem Humor geleitet. Gulbransson schenkte den feinsinnigen, zuweilen augenzwinkernden, oft nachdenklichen Märchen Andersens in der Abgeschiedenheit des norwegischen Ortes Lia mit subtilen Bildern eine starke visuelle Präsenz.

Olaf Gulbransson: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Olaf Gulbransson: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Foto: KN

Seite um Seite zeichnete er das Schicksal der Figuren Andersens mit feinen, konzentrierten Strichen und lebendigem Schwung nach. Behutsam begleitet er das Mädchen mit den Schwefelhölzern und die verzweifelte Mutter, deren Kind vom Tod mitgenommen wurde. Schalkhaft und ironisch entlarven seine Zeichnungen die Eitelkeit des Kaisers in seinen neuen Kleidern. Wenn man als Erwachsener wieder das Märchen vom Däumelieschen liest, wird man von der Wärme ergriffen, die Andersen seiner Figur mitgab. Gulbransson verstand es meisterlich, diese aufrichtigen Gefühle bildhaft zu transportieren.

Beide Ausgaben lange vergriffen

Sowohl die erste bibliophile Auflage von 1927 als auch die aus dem Jahr 1979 sind seit langem vergriffen. Zweitere war auf Veranlassung Dagny Gulbranssons, der Witwe des Künstlers, in einer Neuübersetzung erschienen. Der Olaf Gulbransson Gesellschaft e.V. war es schon seit langem ein Bedürfnis, das Werk wieder einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.


Die beiden Meister: Hans Christian Andersen und Olaf Gulbransson. Foto: KN

Im Rahmen der Sonderausstellung „Da bin ich“ mit Kinderbuchillustrationen namhafter Illustratoren von Wilhelm Busch bis F.K. Waechter bot sich nun die Möglichkeit einer Neuauflage, die Dank privater Spenden verwirklicht werden konnte. Der originalgetreue Nachdruck erschien mit einem aktualisierten Vorwort von Helmut Nanz, Vorsitzender der Olaf Gulbransson Gesellschaft e.V. Tegernsee in einer Auflage von 10.000 Exemplaren.

In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Tegernsee St. Quirinus präsentiert das Olaf Gulbransson Museum die Neuauflage Andersens sowie alle in der Illustrations-Ausstellung präsentierten Kinderbücher. In der Stadtbücherei mit Blick auf den See und auch in der gemütlichen Sitzecke des Museums kann nach Herzenslust gelesen, geblättert und geschmökert werden.

Olaf Gulbransson: Buchcover nach Originalvorlage aus 1927
Buchcover nach Originalvorlage aus 1927. Foto: KN

Und vielleicht gibt es im Märchenbuch von Hans Christian Andersen für den einen oder anderen noch etwas Neues zu entdecken oder Vergessenes wiederzufinden – außer den feinsinnigen Illustrationen Gulbranssons.

Hier ist für Sie noch einmal der Link zur laufenden Ausstellung der Kinderbuchillustrationen „Da bin ich“ im Olaf Gulbransson Museum.

Aktionsnachmittag im Olaf Gulbransson Museum am 4. April um 14.30 Uhr mit Führung, Vorlesung und Gestaltung von Buttons mit Lieblingsfiguren. Die Veranstaltung soll beim jungen Publikum Freude am Lesen und an der Kunst wecken. Anmeldung über die Stadtbücherei. Kostenlose Teilnahme für Nutzer der Bücherei.

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