Vom Himmel hoch: 6. Bildhauer-Symposium

6. Bildhauer-Symposium

Emil Ahlhelms Treppe. Der Engel ist entschwunden. Foto: Monika Ziegler

Ausstellung in Valley

Zur Finissage des 6. Internationalen Bildhauersymposiums kam sogar ein Engel daher und schritt die Stufen der Skulptur des jüngsten Teilnehmers hinunter. Kein Wunder, denn das Kunstprojekt von Kunstdünger e.V. ist außergewöhnlich, hochkarätig, das hat sich weithin herumgesprochen.

„Hohendilching ist heute der Mittelpunkt der Welt“, stellte so auch Landrat Wolfgang Rzehak anerkennend fest, es liege etwa zwischen Kolumbien und Taiwan, denn von dort waren die Künstler Fernando Pinto und Wang Biao in das Mangfalltal gekommen, um mit Rico Granjean aus der Schweiz, TOBEL und Emil Alhelm aus Valley gemeinsam 14 Tage lang zu arbeiten.

6. Bildhauer-Symposium
Bürgermeister Andreas Hallmannsecker verteilt Golfbälle an die Künstler (v.l.). Emil Ahlhelm, Rico Grandjean, Wang Biao, TOBEL und Fernando Pinto. Foto: Katharina Ziegler

Das Ergebnis wurde unter Beteiligung zahlreicher Gäste am Samstag feierlich enthüllt. Dies sei ein Highlight in der Kunstszene seiner Kulturgemeinde, lobte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker, denn damit würde der Name Valleys in die Welt hinausgetragen.

6. Bilhauer-Symposium
Christiane Ahlhelm und Landrat Wolfgang Rzehak. Foto: Katharina Ziegler

Möglich aber sei das Symposium nur durch die Hilfe zahlreicher Sponsoren, bedankte sich Initiator TOBEL, allen voran der Landkreis Miesbach. Und Jane Ahlhelm, Mitorganisatorin eröffnete die Enthüllung mit poetischen Worten: „Anfang ist möglich, weil etwas da ist, die Sehnsucht.“ Der Saxofonist Gerhard Wagner begleitete die spannende Enthüllung mit der jeweils passenden Musik.

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Saxofonist Gerhard Wagner begleitet die Enthüllung der Werke. Foto: Katharina Ziegler

Die erste Überraschung war das Werk TOBELs. Von dem Valleyer Künstler ist man es gewohnt, dass er sich in den Stein hineingräbt, die Oberfläche aber unberührt lässt. Seine horizontalen Spiralen sind sein Markenzeichen. Dieses Mal aber hat er die Spirale vertikal gelegt, so dass der Eindruck eines Bohrkopfes entsteht.

6. Bildhauer Symposium
TOBEL mit seinem neuen Werk. Foto: Katharina Ziegler

Wang Biao erzählt, dass sein Vater ein altes Grammophon gehabt habe, dieses habe er als Kind kaputt gemacht. Für seinen Vater, aber auch für die nachfolgende Generation schuf der Taiwanese einen Stein in Form eines Grammphons, in den man von hinten ein Handy stecken kann. Vorn ertönt dann die Musik. Die Zuschauer durften die Premiere erleben, denn der Künstler hatte bis kurz vorher noch an seiner Skulptur gearbeitet. Und so erklang an der Mangfall taiwanesische Musik.

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Wang Biao aus Taiwan mit seinem „Grammophon“. Foto: Katharina Ziegler

Emil Ahlhelm verriet schon im Vorfeld, dass er eine Figur aus Beton gegossen habe. Der jüngste Teilnehmer, der im Herbst seine Lehre als Holzbildhauer in Oberammergau beginnen wird, erklärt seine Stufen so: „Wenn man hinaufgeht, kommt der Punkt, an dem man umdrehen muss.“ Vielleicht komme dann jemand von unten entgegen und man müsse auf der schmalen Treppe eine Lösung finden.

Die Überraschung nahte in Form von Stelzengänger Emmeran, der Engel Salome trug und behutsam auf der oberen Stufe absetzte. Der Engel also durfte die Skulptur unter den staunenden Blicken der Zuschauer einweihen.

6. Bilhauer-Symposium
Fernando Pinto: Soundwaves im Stein. Foto: Monika Ziegler

Ein paar Schritte weiter hat Fernando Pinto seine liegende Skulptur aufgestellt. Er erklärt: „Die Steine halten alle Erinnerungen fest, alles was in tausenden von Jahren passiert ist.“ Heute würden Speichermedien, die aus Quarz hergestellt werden, Informationen festhalten. Er habe versucht, Altes und Modernes zusammen zu fassen. In seinem Werk komme durch den Stein ein Energiefluss wie Soundwellen hindurch.

6. Bildhauer-Symposium
Installation von Roco Grandjean. Foto: Monika Ziegler

Mitten im Wald hat Rico Granjean seine weiträumige Installation aus Stahlseilen inszeniert. Am Anfang hätten die Seile keine Energie gehabt, aber er habe sie mit Energie aufgetankt, die er bei Jane Ahlhelm, TOBEL und der Mangfall abgezapft habe. Nun lade er dazu ein, seine Installation zu begehen, unten durch zu kriechen, oben lang zu balancieren. Der rote in der Mitte angebrachte Zopf sei kein alter Zopf, sondern ein neuer. Und Jane Ahlhelm gab mit dem Entflechten die Installation frei.

Kunst als touristischer Standortfaktor

Wiederum wurde die Skulpturenlichtung an der Mangfall um fünf bemerkenswerte Werke bereichert. Organisator TOBEL, dessen Werke weltweit anerkannt sind, hat hier mit seiner Frau Christiane Ahlhelm einen Platz geschaffen, der für Einheimische und Gäste gleichermaßen ein Anziehungspunkt und ein Platz zum Verweilen ist. Kunst also als touristischer Standortfaktor.

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